Wenn Sie neben dem Beruf lernen möchten, richtet sich die passende Weiterbildung nach Ihrem beruflichen Ziel: Möchten Sie Ihre Kenntnisse erweitern, andere Aufgaben übernehmen, einen Abschluss erwerben oder den Beruf wechseln? Dafür eignen sich kurze Fachkurse, Aufstiegsfortbildungen, Umschulungen und berufsbegleitende Studiengänge.
Klären Sie zuerst Ihr Ziel. Es bestimmt, welcher Abschluss passt, wie viel Zeit Sie fürs Lernen einplanen und ob eine Förderung infrage kommt.
Weiterbildung nach Berufsziel wählen
Bei einer Anpassungsfortbildung aktualisieren Sie Ihr Wissen für den bisherigen Beruf. Eine Aufstiegsfortbildung bereitet Sie auf anspruchsvollere Fach- oder Führungsaufgaben vor. Eine Umschulung bereitet Sie auf eine andere berufliche Tätigkeit vor. Eine Teilqualifizierung vermittelt einzelne Abschnitte eines anerkannten Ausbildungsberufs; mit einer Externenprüfung können Sie einen Berufsabschluss nachholen.
| Ihr Ziel | Mögliche Weiterbildung |
|---|---|
| Neue Aufgaben im bisherigen Beruf übernehmen | Fachkurs, Software- oder Sprachkurs, Herstellerschulung |
| Fachwissen vertiefen | Fachlehrgang, Seminar, berufsbegleitendes Zertifikat |
| Mehr Verantwortung übernehmen | Fortbildung zum Fachwirt, zur Meisterin oder zum Betriebswirt |
| Einen Berufsabschluss nachholen | Teilqualifizierung oder Vorbereitung auf eine Externenprüfung |
| In einen anderen Beruf wechseln | Umschulung oder gezielte Qualifizierung für den Zielberuf |
| Hochschulwissen oder einen Studienabschluss erwerben | Berufsbegleitendes Studium oder Fernstudium |
Wer genügend Berufserfahrung mitbringt, kann sich unter bestimmten Voraussetzungen auf eine Externenprüfung vorbereiten. Welche Voraussetzungen gelten, hängt vom Beruf und der zuständigen Prüfungsstelle ab.
Für den beruflichen Aufstieg gibt es zum Beispiel Fortbildungen der Industrie- und Handelskammern (IHK) zum Fachwirt, zur Fachkauffrau oder zum Meister. Die Prüfungen führen zu geregelten Fortbildungsabschlüssen. Eine Teilnahmebescheinigung für einen kurzen Kurs bestätigt zunächst nur, dass Sie teilgenommen haben. Auch ein anerkannter Abschluss garantiert weder eine Beförderung noch ein höheres Gehalt. Entscheidend ist, ob die Qualifikation zu den Aufgaben passt, die Sie anstreben.
Lernformat und Lernzeit vergleichen
Weiterbildungen finden in Präsenz, online oder als Fernlehrgang statt. Beim Blended Learning wechseln sich Online- und Präsenzphasen ab. Je nach Angebot lernen Sie in Vollzeit, Teilzeit oder berufsbegleitend.
Präsenzunterricht bietet feste Termine und direkten Austausch. Bei Online- und Fernformaten können Sie Lernort und Lernzeit flexibler wählen. Dafür müssen Sie selbst einschätzen, ob Sie regelmäßig Lernzeiten freihalten können und ob die Betreuung bei Fragen ausreicht. Bei praktischen Tätigkeiten sollten Sie prüfen, ob der Kurs Übungen oder Praxisphasen enthält.
Rechnen Sie vor der Anmeldung nicht nur die Unterrichtszeit ein. Dazu kommen meist Selbstlernzeit und Prüfungsvorbereitung. Fragen Sie den Anbieter nach dem Lehrplan, der Betreuung, den Prüfungsterminen und den technischen Voraussetzungen. Wählen Sie ein Format, dessen Zeitplan sich mit Beruf und Privatleben vereinbaren lässt.
Weiterbildungsabschluss vor der Buchung prüfen
Prüfen Sie vor der Buchung, welchen Abschluss der Kurs vermittelt. Das kann ein Fortbildungsabschluss mit öffentlich-rechtlich geregelter Prüfung, ein Zertifikat des Anbieters oder eine Teilnahmebescheinigung sein. Diese Nachweise stehen für unterschiedliche Leistungen. Wie Arbeitgeber sie bewerten, hängt vom Beruf ab.
Fragen Sie bei einem angestrebten Berufswechsel auch nach den Zugangsvoraussetzungen des Zielberufs. Für viele Förderungen müssen sowohl der Bildungsträger als auch der Kurs zugelassen sein. Lassen Sie sich bestätigen, welche Prüfung Sie ablegen und welche Qualifikation Sie danach tatsächlich nachweisen können.
Wer übernimmt die Kosten?
Sprechen Sie zuerst mit Ihrem Arbeitgeber, wenn die Weiterbildung zu Ihren Aufgaben oder zu einem geplanten nächsten Schritt im Betrieb passt. Der Betrieb kann Kosten übernehmen, Lernzeit ermöglichen oder eine Freistellung vereinbaren. Klären Sie schriftlich, wer Kurs- und Prüfungsgebühren trägt und ob eine Rückzahlungsklausel gilt, falls Sie später den Arbeitgeber wechseln.
Auch die Bundesagentur für Arbeit fördert unter bestimmten Voraussetzungen berufliche Weiterbildung von Beschäftigten. Die Förderhöhe richtet sich nach dem Einzelfall. Zusätzliche Kosten, etwa für Fahrten oder Kinderbetreuung, können ebenfalls berücksichtigt werden. Stimmen Sie die Förderung mit dem Betrieb ab und klären Sie die Bedingungen, bevor Sie sich verbindlich anmelden.
Betriebe können für geplante Weiterbildungen ihrer Beschäftigten außerdem eigene Förderverfahren nutzen. Ein Sammelantrag kommt infrage, wenn mehrere Beschäftigte einen vergleichbaren Weiterbildungsbedarf haben. Das Qualifizierungsgeld richtet sich an Betriebe, in denen ein größerer Teil der Belegschaft wegen des Strukturwandels eine Qualifizierung benötigt. Es ist kein allgemeiner Zuschuss für einzelne beliebige Kurse.
Für bestimmte geregelte Aufstiegsfortbildungen kann das Aufstiegs-BAföG helfen. Prüfen Sie vor der Anmeldung, ob Ihr konkreter Lehrgang die Voraussetzungen erfüllt.
Ob Sie Bildungszeit oder Bildungsurlaub nehmen können, richtet sich nach dem Bundesland und den dort geltenden Regeln. Auch die steuerliche Behandlung von Weiterbildungskosten hängt vom Einzelfall ab. Verlassen Sie sich deshalb weder auf eine allgemeine Aussage zur Freistellung noch auf eine pauschale Steuerzusage.
So prüfen Sie ein Angebot
Vergleichen Sie Angebote danach, ob sie zu Ihrem beruflichen Ziel passen. Kurstitel und Werbung reichen für den Vergleich nicht aus. Die Checkliste des Bundesinstituts für Berufsbildung empfiehlt, Lernziele, Lehrplan, Praxisbezug, Lehrpersonal, Dauer und Abschluss zu prüfen.
Gehen Sie vor der Buchung in dieser Reihenfolge vor:
- Ziel festlegen: Wollen Sie eine konkrete Wissenslücke schließen, aufsteigen, einen Abschluss nachholen oder den Beruf wechseln?
- Bedarf abgleichen: Prüfen Sie Stellenanzeigen und sprechen Sie mit Ihrem Arbeitgeber oder einer Berufsberatung. So erkennen Sie, ob die gewünschte Qualifikation in Ihrem Zielbereich gebraucht wird.
- Abschluss und Anbieter prüfen: Klären Sie, ob eine Prüfung dazugehört und ob der Anbieter für eine mögliche Förderung zugelassen ist.
- Gesamtkosten berechnen: Berücksichtigen Sie neben den Kursgebühren auch Prüfungen, Lernmaterial, Fahrt, Übernachtung und gegebenenfalls Kinderbetreuung.
- Zeit einplanen: Fragen Sie nach Unterrichtsterminen, Selbstlernaufwand und Prüfungsvorbereitung, bevor Sie sich anmelden.
Für die Suche nach Angeboten und Beratung können Sie das Portal mein NOW nutzen. Die Berufsberatung im Erwerbsleben der Bundesagentur für Arbeit unterstützt Berufstätige außerdem bei Weiterbildung, Berufswechsel und Finanzierung. Für geregelte Fortbildungsprüfungen informieren die Industrie- und Handelskammern sowie die Handwerkskammern über Voraussetzungen und Abschlüsse.