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Warum Bewerbungsmuster nur bedingt helfen

Ein Muster erleichtert den Aufbau des Anschreibens und erinnert an wichtige Bestandteile. Sie selbst erklären, welche Ihrer Erfahrungen zu den Anforderungen passen und warum Sie sich für genau diese Stelle interessieren.

Nutzen Sie die Vorlage als Gerüst und ersetzen Sie allgemeine Formulierungen durch eigene Angaben und Beispiele.

Wobei Vorlagen helfen

Ein Muster ordnet das Anschreiben. Es erinnert Sie an Kontaktdaten und Betreff, an die Anrede sowie an den Schluss. Für den Text bietet es eine Gliederung aus Einstieg, Hauptteil und Abschluss. Das hilft besonders, wenn Sie wenig Erfahrung mit Bewerbungen haben oder nicht wissen, womit Sie anfangen sollen.

Eine Vorlage zeigt auch, wie Sie das Anschreiben gestalten können: Trennen Sie die Absätze klar voneinander und wählen Sie eine gut lesbare Schrift. Die Bundesagentur für Arbeit stellt verschiedene Muster zur Verfügung, empfiehlt aber, Vorlagen als Anregung zu nutzen und nicht zu kopieren. Denn ein einheitlicher Aufbau beantwortet noch nicht, warum Sie zur ausgeschriebenen Stelle passen.

Warum Textbausteine wenig sagen

Standardsätze wie „Hiermit bewerbe ich mich“ erklären weder Ihr Interesse noch Ihre Eignung. Ähnlich allgemein bleiben Aussagen wie „Ich bin motiviert und belastbar“, wenn konkrete Beispiele fehlen. Solche Formulierungen könnten in vielen Bewerbungen stehen. Sie zeigen deshalb kaum, warum Sie sich gerade für diese Stelle interessieren und warum Sie zu ihr passen.

Das Anschreiben wird aussagekräftiger, wenn es eine Anforderung aus der Ausschreibung mit einer passenden Erfahrung verknüpft. Sucht ein Arbeitgeber etwa jemanden, der Kundenanfragen bearbeitet, können Sie eine berufliche Station nennen, in der Sie regelmäßig Kundinnen und Kunden beraten haben. Ein Projekt, eine Qualifikation oder ein Ergebnis aus Ihrer bisherigen Tätigkeit kann den Bezug zusätzlich belegen.

So wird das Anschreiben konkret

Lesen Sie die Ausschreibung zunächst mit einer einfachen Frage: Welche zwei oder drei Anforderungen sind für die Stelle besonders wichtig? Wählen Sie anschließend aus Ihrem Werdegang passende Erfahrungen aus. So zeigen Sie klar, was der Arbeitgeber sucht und welche passenden Erfahrungen Sie mitbringen.

Im Einstieg können Sie knapp erklären, warum Sie sich für die Stelle oder das Unternehmen interessieren. Im Hauptteil nennen Sie die wichtigsten passenden Fähigkeiten und belegen sie mit Beispielen. Im Schluss drücken Sie Ihr Interesse an einem Gespräch aus. Diese drei Teile geben Ihnen eine Orientierung, sind aber keine feste Reihenfolge. Wichtig ist, dass jede Aussage etwas über Ihre Eignung oder Motivation erklärt.

Achten Sie darauf, dass Ihre Angaben zum Lebenslauf passen. Wenn Sie im Anschreiben eine Qualifikation oder ein Projekt hervorheben, sollte der Lebenslauf die dazugehörigen Stationen klar zeigen. So ergänzen sich beide Dokumente, statt dieselben allgemeinen Aussagen zu wiederholen.

Länge und Gestaltung

Halten Sie das Anschreiben kurz und übersichtlich. Die Bundesagentur für Arbeit empfiehlt, es möglichst auf eine DIN-A4-Seite zu beschränken. Eine starre Seitenregel ersetzt jedoch nicht die Vorgaben in der Ausschreibung oder im Bewerbungsportal.

Nutzen Sie eine gut lesbare Schrift, klare Absätze und eine schlichte Gestaltung. Es gibt keinen Beleg dafür, dass hochwertiges Papier oder ein bestimmtes Druckverfahren den Erfolg steigern. Bei einer Bewerbung per E-Mail oder über ein Portal zählt vor allem, dass Sie den dort vorgesehenen Weg einhalten und die Unterlagen gut lesbar übermitteln.

Wann ein Anschreiben nötig ist

Prüfen Sie vor dem Schreiben, ob das Unternehmen ein Anschreiben verlangt. Manche Online-Verfahren verzichten darauf oder fragen die Motivation an anderer Stelle ab. In diesem Fall haben die Hinweise in der Ausschreibung und im Portal Vorrang.

Ist ein Anschreiben gewünscht, sollte es auf die jeweilige Stelle zugeschnitten sein. Ein allgemeines Muster lässt sich zwar als Grundlage verwenden, ersetzt aber nicht die Auswahl passender Erfahrungen und die Erklärung Ihrer Motivation.

Was Studien zu Anschreiben zeigen

Eine Untersuchung von ResumeGo ergab, dass Arbeitgeber auf Bewerbungen mit einem auf die Stelle zugeschnittenen Anschreiben 53 Prozent häufiger zurückriefen als auf Bewerbungen ohne Anschreiben. Die Untersuchung fand auf Jobplattformen statt. Das Ergebnis lässt sich deshalb nicht ohne Weiteres auf Bewerbungen in Deutschland übertragen. Es stützt aber die praktische Empfehlung, ein Anschreiben an der Stelle auszurichten, statt einen allgemeinen Text zu versenden.

Eine 2020 veröffentlichte Studie untersuchte 581 Bewerbungsunterlagen und fand Hinweise darauf, dass Informationen im Anschreiben mit dem Bewerbungserfolg zusammenhängen. Daraus folgt nicht, dass ein bestimmter Aufbau oder eine einzelne Formulierung den Ausschlag gibt. Ein Anschreiben kann zusätzliche Informationen liefern; wie stark es zählt, hängt vom Auswahlverfahren ab.