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Abschluss nachholen

Abitur im zweiten Bildungsweg

Wer das Abitur nachholen möchte, kann ein Abendgymnasium oder Kolleg besuchen oder sich auf eine externe Prüfung vorbereiten. Dabei erwerben Erwachsene die Allgemeine Hochschulreife außerhalb des üblichen Schulwegs. Die Voraussetzungen hängen vom Bundesland und von der Schule ab.

Für Berufstätige eignet sich oft das Abendgymnasium. Wer sich ganz dem Unterricht widmen kann, findet im Kolleg eine passende Option. Volkshochschulen und Fernlehrgänge bereiten auf die staatliche Prüfung für Nichtschülerinnen und Nichtschüler vor: Der Anbieter vermittelt den Lernstoff, das Land nimmt die Prüfung ab.

Abendgymnasium neben dem Beruf

Das Abendgymnasium ist auf Erwachsene ausgerichtet, die neben dem Unterricht grundsätzlich berufstätig sind. Laut der Kultusministerkonferenz (KMK) dauert der Bildungsgang in der Regel drei, höchstens vier Jahre. In der Qualifikationsphase umfasst der Unterricht mindestens 20 Wochenstunden. Für Selbststudium und Prüfungsvorbereitung kommt weitere Lernzeit hinzu.

Die KMK nennt drei Voraussetzungen: Sie müssen im Jahr der Anmeldung mindestens 19 Jahre alt sein und den Mittleren Schulabschluss haben. Außerdem brauchen Sie eine abgeschlossene Berufsausbildung oder mindestens zwei Jahre Berufstätigkeit. Die Länder legen die genauen Regeln fest. Erkundigen Sie sich deshalb direkt bei der Schule nach den geltenden Aufnahmebedingungen.

Auch ohne Mittleren Schulabschluss kann ein Zugang möglich sein. Die KMK sieht dafür eine Eignungsprüfung oder einen mindestens halbjährigen Vorkurs vor. Wenn Sie nachweislich arbeitslos waren, kann das bei den beruflichen Voraussetzungen zählen. Die Führung eines Familienhaushalts gilt ebenfalls als Berufstätigkeit. Auch dann müssen Sie die übrigen Aufnahmebedingungen erfüllen.

Kolleg als Vollzeitschule

Ein Kolleg führt ebenfalls zum Abitur, der Unterricht findet jedoch in Vollzeit statt. Es eignet sich daher vor allem, wenn Sie während der Ausbildung nicht weiter berufstätig sein wollen oder können. Die KMK empfiehlt, während des Kollegs nicht berufstätig zu sein. Zugangsvoraussetzungen und Dauer richten sich nach den Vorgaben des jeweiligen Bundeslands und der Schule.

Am Kolleg lässt sich der Unterricht schwerer mit einem normalen Arbeitstag vereinbaren. Klären Sie vor der Bewerbung, ob Sie Ihren Lebensunterhalt während der Schulzeit sichern können und welche Förderungen es für diesen Bildungsgang gibt.

VHS und Fernlehrgang zur Abiturprüfung

Eine Volkshochschule oder ein Fernlehrinstitut kann Sie auf die Abiturprüfung für Nichtschülerinnen und Nichtschüler vorbereiten. Die Prüfung selbst organisiert und beaufsichtigt das zuständige Bundesland. Der Kurs bereitet Sie vor; über das Abitur entscheidet die staatliche Prüfung, deren Ergebnis das staatliche Prüfungszeugnis dokumentiert.

Für die Prüfungszulassung gelten eigene Voraussetzungen. Dazu gehört nach dem KMK-Rahmen, dass Sie eine angemessene Vorbereitung nachweisen. Die Länder regeln die Einzelheiten, etwa die Anmeldung und die Prüfungsfächer. Fragen Sie beim zuständigen Prüfungsamt nach, bevor Sie einen Kurs buchen, damit dessen Inhalte zur Prüfung Ihres Bundeslands passen.

Bei Fernlehrgängen sollten Sie zusätzlich prüfen, ob der Kurs zugelassen ist. Fernlehrgänge benötigen grundsätzlich eine Zulassung durch die Staatliche Zentralstelle für Fernunterricht. Lernformate und Kosten unterscheiden sich je nach Anbieter. Lassen Sie sich daher schriftlich erläutern, welche Leistungen im Preis enthalten sind und ob verpflichtende Präsenztermine anfallen.

Kosten und Förderung klären

Gebühren und Förderungen sind je nach Abendgymnasium, Kolleg und Vorbereitungskurs unterschiedlich. Erfragen Sie bei der Schule oder dem Anbieter mögliche Kosten für Unterricht, Materialien und Prüfungen. Bei Fernkursen sollten Sie auch die Gesamtkosten über die gesamte Laufzeit vergleichen.

BAföG hängt unter anderem von der Schulart, dem Einkommen, dem Vermögen und der Wohnsituation ab. Ein bestimmter Förderbetrag oder ein einheitlicher Beginn der Förderung gilt nicht für alle Lernenden. Wenden Sie sich mit Angaben zu Ihrer Schule oder Ihrem Kurs an das zuständige BAföG-Amt und lassen Sie Ihre Förderfähigkeit individuell prüfen.

Den passenden Weg zum Abitur wählen

Wenn Sie weiterarbeiten möchten, ist das Abendgymnasium meist der naheliegende Weg. Wenn Sie sich auf den Unterricht konzentrieren können, prüfen Sie ein Kolleg. Bei VHS- und Fernkursen können Sie Ihre Vorbereitung freier einteilen. Sie müssen aber Prüfungstermine, Zulassung und Lernfortschritt selbst im Blick behalten.

Vergleichen Sie vor der Anmeldung die Aufnahmebedingungen Ihres Bundeslands und den wöchentlichen Zeitaufwand einschließlich Selbststudium. Beziehen Sie auch die Finanzierung in den Vergleich ein. Lassen Sie sich außerdem bestätigen, welchen Abschluss die Prüfung oder Schule verleiht. So vermeiden Sie, einen Vorbereitungskurs mit dem eigentlichen Abiturabschluss zu verwechseln.