Wenn Sie neben dem Beruf einen Abschluss für ein späteres Studium nachholen möchten, können Sie die Fachhochschulreife machen. Umgangssprachlich heißt sie oft „Fachabitur“. Damit können Sie grundsätzlich an Fachhochschulen studieren. Diese heißen heute häufig Hochschulen für angewandte Wissenschaften. Für manche Studiengänge gelten zusätzliche Zulassungsbedingungen. An Universitäten reicht die Fachhochschulreife nicht für alle Studiengänge.
Sie können die Fachhochschulreife an einer Abendschule oder mit einem Fernlehrgang nachholen. Überlegen Sie, ob Sie lieber regelmäßig vor Ort oder flexibel zu Hause lernen, und prüfen Sie, ob der Bildungsgang zum vollständigen Abschluss führt. Je nach Bildungsgang brauchen Sie dafür einen schulischen und einen berufspraktischen Teil.
Mit der Fachhochschulreife studieren
Mit der allgemeinen Hochschulreife, dem Abitur, können Sie grundsätzlich an mehr Hochschulen und Studiengängen studieren. Für viele Studiengänge an Fachhochschulen reicht die Fachhochschulreife aus. Ob Sie damit auch an einer Universität studieren können, hängt vom Bundesland, der Hochschule und dem Studiengang ab.
Auch ohne Abitur oder Fachhochschulreife können Sie unter bestimmten Voraussetzungen studieren. Für beruflich Qualifizierte gelten dafür besondere Regeln. Mit einer Berufsausbildung und Berufserfahrung bekommen Sie nicht automatisch überall Zugang zu jedem Studiengang. Wenn Sie bereits ein bestimmtes Studienfach im Blick haben, fragen Sie deshalb direkt bei der Hochschule nach, welche Abschlüsse und Zusatznachweise sie anerkennt.
Fachhochschulreife an der Abendschule
Abendschulen und Weiterbildungskollegs bieten neben dem Beruf Unterricht zu festen Zeiten. Ein regelmäßiger Stundenplan gibt Ihrem Lernen einen festen Rahmen. Außerdem können Sie sich direkt mit Lehrkräften und anderen Lernenden austauschen. Sie müssen Unterricht und Prüfungsvorbereitung aber dauerhaft mit Beruf und Privatleben vereinbaren.
Je nach Bundesland und Schule unterscheiden sich die Voraussetzungen. Auch Kursinhalte und Kursdauer variieren. Eine Schule kann einen bestimmten Schulabschluss verlangen. Auch Berufserfahrung oder eine abgeschlossene Ausbildung können Voraussetzung sein. Auch Mindestalter und Vorkurse sind nicht überall gleich geregelt. Fragen Sie die Schule, welche Vorbildung sie anerkennt und welchem Bildungsgang sie Sie zuordnet.
Die Dauer hängt vom Bildungsgang ab. In Nordrhein-Westfalen umfasst die Hauptphase der Abendrealschule in der Regel vier Semester mit 20 bis 22 Unterrichtsstunden pro Woche. Wenn Ihnen Vorkenntnisse fehlen, kann ein Vorkurs ein bis zwei Semester dauern. Diese Angaben beziehen sich auf den Bildungsgang der Abendrealschule in Nordrhein-Westfalen und lassen sich nicht auf alle Abendschulen übertragen, an denen Sie die Fachhochschulreife nachholen können.
Schulischer und praktischer Teil der Fachhochschulreife
Zum schulischen Teil gehören Unterricht und Prüfungen oder andere Nachweise Ihrer Leistungen. Für die vollständige Fachhochschulreife brauchen Sie möglicherweise zusätzlich einen berufspraktischen Teil. Je nach Bundesland und Bildungsweg gilt eine abgeschlossene Ausbildung oder passende Berufserfahrung als Nachweis; andernfalls müssen Sie ein Praktikum machen oder einen anderen praktischen Nachweis erbringen.
Fragen Sie die Schule vor der Anmeldung schriftlich, welchen Abschluss sie bescheinigt und wie Sie den praktischen Teil nachweisen. Der schulische Teil allein reicht nicht immer für die vollständige Fachhochschulreife. Auch die Prüfungsregeln sind unterschiedlich: Bei manchen Bildungswegen müssen Sie nachweisen, dass Sie die geforderten Kursleistungen erbracht haben. Andere verlangen eine Abschlussprüfung.
Fachhochschulreife per Fernlehrgang
Bei einem Fernlehrgang können Sie Ihre Lernzeit flexibler einteilen. Er passt zu Ihnen, wenn Sie selbstständig planen und regelmäßig zu Hause lernen. Die Fernschule stellt Lernmaterialien und Betreuung bereit. Trotzdem kann es Termine geben, zu denen Sie vor Ort erscheinen müssen. Fragen Sie vor der Anmeldung, ob Prüfungen oder andere Pflichttermine an einem bestimmten Ort stattfinden.
Mit dem Lehrgang erhalten Sie nicht automatisch die Fachhochschulreife. Fernschulen bereiten in der Regel auf eine Prüfung des Bundeslands vor. Ob Sie an dieser Prüfung teilnehmen dürfen, hängt vom Bildungsgang und den Landesregeln ab. Auch die Einstiegsvoraussetzungen unterscheiden sich je nach Anbieter. Manche verlangen einen mittleren Schulabschluss. Für Menschen mit Hauptschulabschluss gibt es teilweise einen längeren Bildungsweg, der zuerst zum mittleren Abschluss führt.
Je nach Fachrichtung lernen Sie neben Deutsch, Mathematik und Englisch auch berufliche Fächer. Im technischen Schwerpunkt gehören dazu zum Beispiel technische Fächer. Im Schwerpunkt Wirtschaft geht es vor allem um betriebswirtschaftliche Themen. Welche Fächer in der Prüfung vorkommen, hängt vom Lehrgang und der Prüfung ab, auf die er Sie vorbereitet.
Abendschule oder Fernlehrgang?
Eine Abendschule passt zu Ihnen, wenn feste Unterrichtszeiten Ihnen beim Lernen helfen und Sie regelmäßig zum Unterricht kommen können. Bei einem Fernlehrgang teilen Sie Ihre Lernzeit freier ein, müssen sich aber stärker selbst organisieren. Bedenken Sie auch, wie weit Sie zur Schule und zu möglichen Terminen für Unterricht oder Prüfungen fahren müssen.
Klären Sie vor der Anmeldung diese Punkte mit der Schule oder dem Anbieter:
- Welche Voraussetzungen müssen Sie für Ihren Einstieg erfüllen?
- Erwerben Sie den schulischen Teil oder die vollständige Fachhochschulreife?
- Wie wird der berufspraktische Teil nachgewiesen?
- Welche Prüfungen und Präsenztermine sind vorgeschrieben?
- Für welches Bundesland und welche staatliche Prüfung ist der Lehrgang ausgelegt?
Vergleichen Sie auch die Gebühren und möglichen Zusatzkosten der Anbieter. Fragen Sie anschließend bei der Hochschule nach, ob der Abschluss für Ihren gewünschten Studiengang ausreicht.