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Jobsuche

Regionalen Stellenmarkt einschätzen

Bei der Jobsuche zeigt eine Trefferliste nur die Anzeigen auf den durchsuchten Kanälen. Sie zeigt weder die Gesamtzahl der Stellen in einer Region noch, ob die Nachfrage steigt. Um den Stellenmarkt einzuschätzen, legen Sie Suchgebiet, Berufsbezeichnungen, Quellen und Zeitraum fest.

Jobfibel gibt Tipps zu Jobportalen, Karriereseiten, sozialen Medien und lokalen Medien. Die geprüften Seiten liefern keine regionalen Arbeitsmarktdaten. Ergänzend eignen sich der Jobmonitor und die Statistik der Bundesagentur für Arbeit.

Suchgebiet festlegen

Wählen Sie eine Region, die zu Ihrem möglichen Arbeitsweg passt. Ein Wohnort, ein Landkreis und der Zuständigkeitsbereich einer Agentur für Arbeit sind unterschiedlich große Gebiete. Wenn Sie nur die Stadtgrenze betrachten, übersehen Sie womöglich passende Stellen in erreichbaren Nachbarorten.

Notieren Sie, welche Gebiete Sie einbeziehen, und verwenden Sie dieselbe Abgrenzung bei späteren Vergleichen. Für langfristige Vergleiche können Sie auch Arbeitsmarktregionen nutzen. Sie fassen Kreise zusammen, zwischen denen viele Menschen pendeln. Eine solche Region kann für die Jobsuche hilfreicher sein als eine einzelne Verwaltungsgrenze.

Berufsbezeichnungen erweitern

Suchen Sie mit mehreren Jobtiteln. Arbeitgeber verwenden für ähnliche Tätigkeiten unterschiedliche Bezeichnungen. Ergänzen Sie Ihre Suche deshalb um gebräuchliche Varianten, verwandte Berufe und konkrete Aufgaben. Bei Bedarf beziehen Sie auch passende Qualifikationen oder Fachkenntnisse ein.

Halten Sie Ihre Suchbegriffe über den gesamten Vergleichszeitraum möglichst gleich. Wenn Sie später weitere Begriffe ergänzen, kann eine höhere Trefferzahl an der breiteren Suche liegen und nicht an einer gestiegenen Nachfrage. Der Jobmonitor wertet Online-Stellenanzeigen nach Berufen aus und zeigt regionale Ergebnisse. Laut seinem Webauftritt umfasst das Angebot 400 Kreise und Auswertungen zu Berufen.

Datenquellen passend wählen

Die Quellen erfassen unterschiedliche Arten von Stellenangeboten. Der Jobmonitor wertet online veröffentlichte Stellenanzeigen aus. Die Statistik der Bundesagentur für Arbeit zeigt gemeldete Stellen; die Bundesagentur weist darauf hin, dass ihr nicht alle offenen Stellen gemeldet werden. Die IAB-Stellenerhebung erfasst das Stellenangebot in der gesamten Wirtschaft, auch Stellen, die nicht bei der Bundesagentur gemeldet sind. Sie zählt jedoch keine regionalen Online-Anzeigen.

Quelle Wofür sie sich eignet
Jobmonitor Online-Anzeigen nach Beruf und Region vergleichen
Statistik der Bundesagentur für Arbeit Gemeldete Stellen nach Region, Beruf oder Wirtschaftszweig betrachten
IAB-Stellenerhebung Das gesamtwirtschaftliche Stellenangebot einschließlich nicht gemeldeter Stellen einordnen
Arbeitsmarktmonitor der Bundesagentur für Arbeit Längerfristige regionale Entwicklungen betrachten
KOFA Regionale Informationen zur Fachkräftesituation nach Berufen nutzen
BIBB-QuBe Langfristige Projektionen für Arbeitsmarktregionen einordnen

Nutzen Sie für die tägliche Suche Jobportale und die Karriereseiten passender Arbeitgeber. Je nach Branche und Region kommen soziale Medien oder lokale Presseangebote hinzu. Jobfibel gibt Hinweise zu solchen Suchkanälen. Die dort genannten Prozentwerte zur Nutzung der Kanäle sollten Sie jedoch nicht als aktuelle Marktdaten verwenden, wenn unklar ist, aus welchem Jahr die Zahlen stammen und wie sie erhoben wurden.

Zeiträume fair vergleichen

Die Ergebnisse einer einzelnen Suche zeigen nur den Stand zu diesem Zeitpunkt. Beobachten Sie die gleichen Quellen mit denselben Suchbegriffen und derselben Gebietsabgrenzung über mehrere vergleichbare Zeiträume. Halten Sie fest, wie viele passende Anzeigen Sie finden, welche Tätigkeiten und Qualifikationen verlangt werden und welche Arbeitgeber oder Branchen wiederholt auftauchen.

Unterscheiden Sie dabei zwischen Anzeigen und einzelnen Stellen. Ein Arbeitgeber kann dieselbe Position auf mehreren Plattformen veröffentlichen oder eine Anzeige erneut einstellen. Zählen Sie entweder alle gefundenen Anzeigen oder fassen Sie doppelte Veröffentlichungen als eine Stelle zusammen. Wichtig ist, dass Sie Ihre Zählweise dokumentieren und bei jedem Vergleich beibehalten.

Was Stellenanzeigen über Nachfrage zeigen

Stellenanzeigen zeigen, welche Aufgaben und Kenntnisse Arbeitgeber in ihren Ausschreibungen nennen. Sie belegen aber nicht, dass die Stelle tatsächlich besetzt wird, wie viele Bewerbungen eingehen oder wie viele offene Stellen es insgesamt gibt. Auch eine hohe Zahl von Anzeigen in einem Berufsfeld reicht allein nicht aus, um einen Fachkräftemangel festzustellen.

Kombinieren Sie deshalb Anzeigen mit passenden Arbeitsmarktdaten. Gemeldete Stellen, das gesamtwirtschaftliche Stellenangebot und langfristige Projektionen beantworten unterschiedliche Fragen. Eine kurzfristige Zunahme von Online-Anzeigen ist keine langfristige Beschäftigungsprognose. Projektionen beruhen zudem auf Annahmen darüber, wie sich der Arbeitsmarkt entwickelt. Sie sind keine sicheren Vorhersagen.

Ergebnisse für die Suche nutzen

Wenn in Ihrer Region passende Anzeigen erscheinen, prüfen Sie, welche Anforderungen sich wiederholen. Wiederkehrende Kenntnisse helfen Ihnen, Ihren Lebenslauf und Ihre Bewerbungen gezielt auszurichten. Tauchen geeignete Stellen vor allem bei bestimmten Arbeitgebern auf, beobachten Sie deren Karriereseiten zusätzlich zu den großen Jobportalen.

Wenn wenige Treffer erscheinen, überprüfen Sie zuerst Suchgebiet und Berufsbegriffe. Eine alternative Jobbezeichnung oder ein erreichbarer Nachbarort kann passende Angebote sichtbar machen. Erweitern Sie die Suche schrittweise und notieren Sie, welche Änderung neue Treffer gebracht hat. So erkennen Sie, ob sich der Markt verändert hat oder eine Änderung Ihrer Suchmethode mehr Treffer gebracht hat.