Wenn große Jobbörsen kaum passende Stellen liefern, suchen Sie zusätzlich auf Unternehmensseiten, über persönliche Kontakte und auf Portalen für bestimmte Berufe oder Regionen. Jobbörsen bleiben wichtig: 2025 nutzten Betriebe private Online-Jobbörsen bei 57 Prozent der untersuchten Neueinstellungen, bei denen Beschäftigte sozialversicherungspflichtig waren.
Laut IAB-Stellenerhebung suchten Betriebe bei 70 Prozent dieser Neueinstellungen über die eigene Homepage und bei 48 Prozent über Beschäftigte oder persönliche Kontakte. Die Zahlen zeigen, welche Wege Betriebe nutzten, nicht Ihre persönliche Erfolgschance. Betriebe konnten mehrere Wege zugleich nutzen. Deshalb lassen sich die Anteile nicht zu einer Gesamtzahl addieren.
Karriereseiten direkt prüfen
Viele Arbeitgeber veröffentlichen Stellen auf der eigenen Karriereseite. Manche Anzeigen erscheinen dort, ohne zusätzlich in großen Portalen zu stehen. Prüfen Sie deshalb die Websites von Unternehmen, deren Geschäft zu Ihren Kenntnissen und Erfahrungen passt oder bei denen ein konkreter Personalbedarf erkennbar ist.
Erstellen Sie dafür eine überschaubare Zielliste. Gute Ausgangspunkte sind frühere Stellenanzeigen, Branchenverzeichnisse, regionale Unternehmenslisten und Empfehlungen aus Ihrem Umfeld. Suchen Sie auf den Karriereseiten nach passenden Berufsbezeichnungen und Aufgaben. Richten Sie, sofern angeboten, Benachrichtigungen über neue Stellen ein. Aktualisieren Sie die Liste, wenn Sie neue Arbeitgeber oder Tätigkeitsfelder entdecken.
Eine kurze, regelmäßige Suche ist hilfreicher als eine lange Liste beliebiger Firmen. Notieren Sie, wann Sie eine Seite geprüft haben und ob es passende Stellen gab. So erkennen Sie, welche Arbeitgeber sich für eine erneute Suche lohnen.
Kontakte gezielt ansprechen
Persönliche Kontakte können auf Stellen, Arbeitgeber oder Ansprechpersonen hinweisen. Das IAB stellte für 2025 fest, dass persönliche Kontakte bei 27 Prozent der untersuchten Neueinstellungen ausschlaggebend für die Besetzung waren. Diese Zahl beschreibt, wie Arbeitgeber Stellen besetzten. Sie sagt nicht aus, wie wahrscheinlich einzelne Bewerbende durch persönliche Kontakte eine Stelle finden.
Sie müssen niemanden pauschal um einen Job bitten. Schreiben Sie ehemaligen Kolleginnen und Kollegen, Bekannten oder fachlichen Kontakten kurz, welche Aufgaben Sie suchen, in welcher Region Sie suchen und welche Kenntnisse Sie mitbringen. Bitten Sie um einen konkreten Hinweis, etwa auf Arbeitgeber, passende Ausschreibungen oder Veranstaltungen. Auch Verbände und berufliche Treffen können Kontakte zu Menschen eröffnen, die Ihre Branche kennen.
Eine Empfehlung ersetzt kein Auswahlverfahren. Sie hilft vor allem dabei, Informationen zu finden und den passenden Bewerbungsweg zu erkennen. Halten Sie Ihre Nachricht deshalb sachlich und machen Sie es der angesprochenen Person leicht, mit einem Hinweis zu antworten.
Initiativbewerbungen passend einsetzen
Eine Initiativbewerbung richtet sich an einen Arbeitgeber, obwohl dieser keine passende Stelle ausgeschrieben hat. Sie ist am sinnvollsten, wenn Sie einen konkreten fachlichen Bezug zum Unternehmen erkennen und benennen können, welche Aufgaben Sie übernehmen möchten.
Prüfen Sie zuerst die Karriereseite. Manche Arbeitgeber nennen dort ein eigenes Formular oder bitten um eine Kurzbewerbung. Wenn keine Angaben zu Initiativbewerbungen zu finden sind, fragen Sie knapp nach dem richtigen Weg. Vermeiden Sie allgemeine Schreiben, die nur ausdrücken, dass Sie Arbeit suchen. Beschreiben Sie stattdessen, welche Erfahrung Sie mitbringen und warum sie für diesen Arbeitgeber nützlich sein könnte.
Eine allgemeingültige Erfolgsquote für Initiativbewerbungen lässt sich nicht angeben. Nutzen Sie sie als gezielte Ergänzung Ihrer Suche. Halten Sie fest, wann Sie die Bewerbung geschickt haben, und fragen Sie nach angemessener Zeit freundlich nach, falls Sie keine Rückmeldung erhalten.
Fach- und Regionalportale nutzen
Spezialisierte Portale bündeln Stellen für bestimmte Berufe, Branchen oder Zielgruppen. Regionale Portale können Anzeigen von Arbeitgebern enthalten, die Sie in großen Jobbörsen übersehen. Die Bundesagentur für Arbeit empfiehlt, mehrere passende Suchbegriffe und gespeicherte Suchaufträge zu verwenden.
Sie müssen nicht jedes Portal ausprobieren. Testen Sie zunächst ein Fachportal für Ihren Beruf und ein regionales Portal für den gewünschten Arbeitsort. Suchen Sie dabei neben Ihrer Berufsbezeichnung auch nach typischen Aufgaben. Eine Stelle kann beispielsweise unter einer anderen Bezeichnung erscheinen, obwohl die Tätigkeiten zu Ihrer Erfahrung passen.
Das BERUFENET der Bundesagentur für Arbeit verweist auf Stellenbörsen für bestimmte Berufe. Für Stellen in der Bundes-, Landes- oder Kommunalverwaltung können Sie außerdem gezielt auf service.bund.de suchen. Prüfen Sie zusätzlich die Karriereseite der jeweiligen Behörde oder Kommune, da einzelne Arbeitgeber dort weitere Informationen veröffentlichen.
Messen und Bewerbertage vorbereiten
Jobmessen und Bewerbertage bieten Gelegenheit, Arbeitgeber direkt kennenzulernen und Fragen zu offenen Stellen zu stellen. Die Bundesagentur für Arbeit nennt sie als mögliche Wege der Stellensuche. Eine allgemeine Einstellungsquote für solche Veranstaltungen lässt sich daraus nicht ableiten.
Schauen Sie vor dem Besuch nach, welche Arbeitgeber teilnehmen und welche Tätigkeiten sie anbieten. Überlegen Sie, welche konkrete Frage Sie stellen möchten, und bereiten Sie eine kurze Vorstellung Ihrer Erfahrung vor. Nach dem Gespräch können Sie mit einer Nachricht wieder Kontakt aufnehmen und auf Ihren Austausch eingehen.
Vermittlung und Beratung prüfen
Private Arbeitsvermittlungen können eine zusätzliche Möglichkeit sein, wenn sie Stellen in Ihrem Berufsfeld vermitteln. Klären Sie schriftlich, welche Leistungen der Vermittler erbringt, welche Kosten entstehen und wer sie trägt, bevor Sie ihn beauftragen. Fragen Sie außerdem, ob ein Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein der Bundesagentur für Arbeit, kurz AVGS, für Sie infrage kommt. Prüfen Sie die konkreten Vertragsbedingungen, bevor Sie unterschreiben.
Wenn Sie arbeitslos sind oder Arbeitslosigkeit droht, können Sie sich bei der Agentur für Arbeit oder dem Jobcenter nach Beratung, Coaching und möglichen Hilfen für Bewerbungskosten erkundigen. Eine Förderung hängt von Ihrer individuellen Situation ab. Fragen Sie vor Ausgaben nach, ob eine Unterstützung bewilligt werden kann.
Stellensuche organisieren
Verteilen Sie Ihre Zeit auf mehrere Wege, statt täglich dieselben großen Portale zu durchsuchen. Ein einfacher Suchplan kann feste Zeitfenster für Jobbörsen, Arbeitgeberseiten, Kontakte und Fach- oder Regionalportale vorsehen. Passen Sie die Aufteilung an, sobald Sie sehen, wo relevante Stellen auftauchen.
Führen Sie eine Tabelle oder Notiz mit Arbeitgeber, Stelle, Fundort, Bewerbungsdatum und Rückmeldung. So behalten Sie den Überblick und sehen, welche Suchwege für Ihren Beruf und Ihre Region nützlich sind. Die IAB-Zahlen zeigen, dass Arbeitgeber unterschiedliche Kanäle einsetzen. Welche davon für Sie am meisten bringen, hängt von Beruf, Region und Arbeitgeber ab.