jobfibel.

Weiterbilden

Weiterbildung: Anbieter und Wege

Mit einer beruflichen Weiterbildung frischen Sie Fachwissen auf, übernehmen neue Aufgaben oder wechseln in einen anderen Beruf. Arbeitgeber und Kammern bieten Kurse an. Auch Volkshochschulen, private Bildungsträger und Hochschulen haben entsprechende Angebote. Wählen Sie Inhalte und Abschluss passend zu Ihrem Berufsziel.

Eine Weiterbildung garantiert weder eine Beförderung noch einen sicheren Arbeitsplatz. Prüfen Sie vor der Anmeldung, welche Kenntnisse Sie brauchen und welchen Nachweis Arbeitgeber oder zuständige Stellen anerkennen.

Welches Weiterbildungsziel verfolgen Sie?

Wenn sich Werkzeuge, Vorschriften oder Abläufe in Ihrem Beruf ändern, frischt eine Anpassungsqualifizierung Ihr Wissen auf oder vermittelt Ihnen Kenntnisse, die Sie für Ihre aktuelle Arbeit brauchen. Dazu können fachliche Kurse ebenso gehören wie Kommunikationstrainings oder Sprachkurse.

Eine Aufstiegsfortbildung qualifiziert Sie für anspruchsvollere Aufgaben und schließt häufig mit einer Prüfung ab, zum Beispiel bei einer Kammer. Wer einen anderen Beruf anstrebt, braucht dagegen möglicherweise eine Umschulung. Eine Teilqualifikation vermittelt einzelne Teile eines Berufs, von denen je nach Angebot mehrere zu einem Berufsabschluss führen können. Hochschulen bieten außerdem akademische Weiterbildungen, einzelne Module und vollständige Studiengänge an.

Die Teilnahmequoten hängen davon ab, welche Weiterbildungen eine Erhebung erfasst. Für 2022 weist der Berufsbildungsbericht eine Quote von 52 Prozent für berufsbezogene Weiterbildung aus. Die breitere Weiterbildungsquote des Adult Education Survey lag im selben Jahr bei 58 Prozent. Die Erhebungen zählen unterschiedliche Arten von Weiterbildung und sind deshalb nicht direkt vergleichbar.

Welche Anbieter passen zu Ihrem Ziel?

Wählen Sie den Anbieter nach Ihrem Berufsziel, dem gewünschten Abschluss und der Lernform aus. Ein Kurszertifikat ist nicht automatisch gleichwertig mit einem staatlich anerkannten Berufsabschluss oder einer Kammerprüfung.

Anbieter Passt besonders, wenn Sie … Vor der Anmeldung prüfen
Arbeitgeber neue Software, Geräte, Verfahren oder interne Abläufe erlernen sollen ob die Schulung auch außerhalb des Unternehmens anerkannt ist
Kammern, Innungen und Berufsverbände eine branchenspezifische Qualifikation oder Prüfung anstreben welche beruflichen Schritte der Abschluss ermöglicht
Private und gemeinnützige Bildungsträger einen Fachkurs, eine Umschulung oder Teilqualifikation suchen Lehrinhalte, Betreuung, Gesamtkosten und Anerkennung
Volkshochschulen Sprachkenntnisse, digitale Grundlagen oder andere beruflich nützliche Fähigkeiten erwerben möchten ob Kurs und Abschluss für Ihr konkretes Ziel ausreichen
Fernschulen und Hochschulen zeitlich oder örtlich flexibel lernen oder einen akademischen Abschluss erwerben möchten Zulassung, Prüfungen, Präsenztermine und Lernaufwand

Betriebliche Schulungen liegen oft nahe an den Aufgaben am Arbeitsplatz. Inhalte und Zugang hängen jedoch vom Arbeitgeber ab. Kammern und Berufsverbände sind besonders interessant, wenn Sie eine geregelte Fortbildungsprüfung oder einen branchenspezifischen Abschluss anstreben.

Volkshochschulen bieten neben allgemeiner Bildung auch berufsbezogene Kurse und Grundbildung an. Ein Sprachkurs oder eine Schulung zu digitalen Grundlagen kann für den Beruf nützlich sein. Bei einem formalen Abschluss sollten Sie genau prüfen, welcher Nachweis am Ende steht und ob er in Ihrem Zielberuf zählt.

Fernlehrgänge bieten mehr Freiheit bei Ort und Lerntempo, verlangen aber Selbstorganisation. Prüfen Sie, ob verpflichtende Präsenztermine oder Prüfungen vorgesehen sind. Auf der Website der Staatlichen Zentralstelle für Fernunterricht können Sie nach zugelassenen Fernlehrgängen und Fernstudiengängen suchen. Hochschulen bieten je nach Fach einzelne Module, Zertifikate oder Studiengänge an. Ein Studium ist unter bestimmten Voraussetzungen auch ohne Abitur möglich. Die Zugangsvorschriften unterscheiden sich nach Bundesland, Hochschule und Studiengang; klären Sie sie direkt bei der Hochschule.

Welches Lernformat passt?

Präsenzunterricht bietet feste Termine und direkten Austausch mit Lehrenden und anderen Teilnehmenden. Das ist besonders hilfreich, wenn Sie praktische Fertigkeiten üben oder regelmäßig Rückmeldung brauchen. Onlinekurse sparen Wege und lassen sich leichter mit Beruf oder Familie verbinden. Dafür müssen Sie Lernzeiten oft selbst planen. Mischformen verbinden Onlinephasen mit Präsenzunterricht.

Laut BIBB-Erhebung fanden 2023 bei den untersuchten Weiterbildungsanbietern 69 Prozent der Veranstaltungen ausschließlich in Präsenz statt. Ausschließlich online waren es 16 Prozent, Misch- oder hybride Formate machten 13 Prozent aus. Die Anteile sind gerundet und beziehen sich auf Veranstaltungen der untersuchten Anbieter. Damit ist digitales Lernen verbreitet, Präsenzunterricht überwiegt aber weiterhin.

Prüfen Sie vor der Entscheidung, ob Unterrichtszeiten, Selbstlernanteil und Prüfungstermine in Ihren Alltag passen. Fragen Sie auch nach Lernberatung und Betreuung, wenn Sie neben dem Beruf lernen. Bei berufsbegleitenden Kursen sollten Sie die verfügbare Zeit für Vor- und Nachbereitung realistisch einplanen.

Wie lassen sich Kosten fördern?

Unter bestimmten Voraussetzungen kann die Bundesagentur für Arbeit eine Weiterbildung mit einem Bildungsgutschein fördern, etwa wenn die Qualifizierung Arbeitslosigkeit beenden oder drohende Arbeitslosigkeit abwenden soll. In der Regel müssen sowohl der Bildungsträger als auch die Maßnahme zugelassen sein. Über die Förderung und die übernommenen Kosten entscheidet die zuständige Stelle nach Prüfung des Einzelfalls.

Je nach Bewilligung können Lehrgangs- und Prüfungsgebühren sowie notwendige Lernmittel, Fahrtkosten oder Kosten für Kinderbetreuung übernommen werden. Für geförderte Weiterbildungen, die zu einem Berufsabschluss führen, nennt die Bundesagentur außerdem ein Weiterbildungsgeld von 150 Euro im Monat. Unter bestimmten Voraussetzungen kommen Prüfungsprämien hinzu. Diese Leistungen gelten nicht automatisch für jede Weiterbildung.

Auch Beschäftigte können eine Förderung bekommen. Die Bundesagentur kann einen Teil der Weiterbildungskosten oder die gesamten Kosten übernehmen. Sprechen Sie deshalb vor der Buchung mit Ihrem Arbeitgeber und lassen Sie sich bei der Agentur für Arbeit oder dem Jobcenter beraten. Das Portal mein NOW bietet eine Weiterbildungssuche und Informationen zu Förderung und Beratung. Rechnen Sie unabhängig davon alle Kosten zusammen, einschließlich möglicher Anfahrten, Lernmittel und Verdienstausfall.

Woran erkennen Sie ein passendes Angebot?

Prüfen Sie neben dem Kurspreis auch die Werbeversprechen. Prüfen Sie, ob die vermittelten Inhalte in Stellenanzeigen für Ihre Zielposition auftauchen oder ob Arbeitgeber, Kammer beziehungsweise Berufsverband den Abschluss für diesen Zweck anerkennen.

Vor der Anmeldung helfen diese Fragen:

  • Welches konkrete berufliche Ziel soll der Kurs unterstützen?
  • Erhalten Sie eine Teilnahmebescheinigung, ein privates Zertifikat, einen Hochschulabschluss oder einen anerkannten Berufsabschluss?
  • Sind Anbieter und Maßnahme zugelassen, wenn Sie eine Förderung beantragen möchten?
  • Passen Lernzeiten, Prüfungstermine und Präsenzpflicht zu Beruf und Familie?
  • Wie hoch sind die Gesamtkosten, und welche Beratung oder Förderung kommt infrage?

Bei einem Fernlehrgang sollten Sie zusätzlich die Zulassung und die Prüfungsbedingungen prüfen. Wenn Sie ohne Abitur studieren möchten, fragen Sie die Hochschule nach den geltenden Zugangswegen und Auswahlregeln. So vermeiden Sie, Zeit und Geld in einen Kurs zu investieren, dessen Abschluss für Ihren nächsten beruflichen Schritt wenig zählt.