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Das Anschreiben überzeugend aufbauen

Ein Anschreiben erklärt kurz, warum Sie sich für eine bestimmte Stelle interessieren und welche Erfahrungen Sie dafür mitbringen. Es ergänzt den Lebenslauf um konkrete Beispiele, die zeigen, wie Ihre Erfahrungen zu den Anforderungen der Stellenanzeige passen.

Nicht für jede Bewerbung ist ein Anschreiben nötig. Prüfen Sie die Stellenanzeige und das Bewerbungsportal. Wenn ein Schreiben verlangt wird oder zu Ihrer Bewerbung passt, beziehen Sie es auf die konkrete Stelle und halten Sie es knapp.

Stellenanforderungen mit Beispielen belegen

Lesen Sie die Anzeige aufmerksam und markieren Sie zwei oder drei Anforderungen, die für die Stelle besonders wichtig sind. Suchen Sie zu jeder Anforderung ein passendes Beispiel aus Ihrer bisherigen Erfahrung, etwa aus einer früheren Aufgabe oder einem Projekt. Auch ein Praktikum, eine Ausbildung oder eine ehrenamtliche Tätigkeit kommt infrage.

So vermeiden Sie, den Lebenslauf in ganzen Sätzen nachzuerzählen oder allgemeine Eigenschaften aufzuzählen. Belegen Sie Ihre Kommunikationsfähigkeit mit einem Beispiel. Erklären Sie, wo Sie diese Fähigkeit eingesetzt haben und wie sie Ihnen bei den Aufgaben der neuen Stelle hilft.

Briefkopf fürs Anschreiben anlegen

Ein klassisches Anschreiben enthält Ihre Kontaktdaten, die Anschrift des Unternehmens, Ort und Datum sowie einen Betreff. Übernehmen Sie die Stellenbezeichnung genau aus der Anzeige. Gibt es eine Kennziffer, gehört sie ebenfalls in den Betreff.

Richten Sie das Schreiben möglichst an die konkrete Ansprechperson. Prüfen Sie dafür die Anzeige und die Unternehmensseite. Wenn Sie keinen Namen finden, ist eine allgemeine Anrede wie „Sehr geehrte Damen und Herren“ in Ordnung.

Einstieg, Hauptteil und Schluss

Der erste Absatz sollte direkt zeigen, worauf Sie sich bewerben und was Sie an der Stelle anspricht. Nennen Sie einen konkreten Bezug, etwa eine Aufgabe aus der Anzeige oder einen fachlichen Schwerpunkt des Unternehmens. „Hiermit bewerbe ich mich“ allein erklärt Ihre Motivation noch nicht.

Im Hauptteil verknüpfen Sie Ihre ausgewählten Belege mit den Anforderungen. Nennen Sie zuerst die geforderte Fähigkeit, beschreiben Sie dann ein konkretes Beispiel und erklären Sie anschließend, wie diese Erfahrung zur ausgeschriebenen Aufgabe passt.

Ein mögliches Muster für eine Stelle im Kundenservice lautet: „In meiner bisherigen Tätigkeit im Kundenservice habe ich Kundenanfragen bearbeitet und Reklamationen aufgenommen. Dabei habe ich gelernt, Anliegen sorgfältig zu klären und verständliche Lösungen zu vermitteln. Diese Erfahrung möchte ich in die Betreuung Ihrer Kundinnen und Kunden einbringen.“ Übernehmen Sie das Beispiel nicht unverändert, wenn es Ihren tatsächlichen Erfahrungen nicht entspricht.

Am Schluss können Sie schreiben, dass Sie sich über ein Gespräch freuen. Nennen Sie einen möglichen Eintrittstermin, wenn die Anzeige danach fragt oder der Zeitpunkt für Ihre Bewerbung wichtig ist. Einen Gehaltswunsch nehmen Sie nur auf, wenn der Arbeitgeber ihn verlangt. Danach folgen Grußformel und Ihr Name.

Länge und Ton des Anschreibens

Beschränken Sie das Anschreiben auf höchstens eine DIN-A4-Seite. Das ist eine praktische Orientierung, keine starre Vorschrift. Streichen Sie Wiederholungen und nebensächliche Stationen, damit Ihre wichtigsten Argumente schnell erkennbar sind.

Schreiben Sie sachlich, freundlich und selbstbewusst. Formulieren Sie klar, aktiv und in eigenen Worten. In einer kreativen Branche haben Sie beim Ton mehr Spielraum. Auch dort sollte der Text zur Stelle passen und verständlich bleiben.

E-Mail und Bewerbungsportal

Bei einer Bewerbung per E-Mail kann das Anschreiben als eigenes Dokument beigefügt sein. Halten Sie den Nachrichtentext kurz und nennen Sie Ihre Bewerbung sowie die Anhänge. Prüfen Sie, ob die Anzeige zusätzlich ein Anschreiben verlangt oder ob der kurze E-Mail-Text dafür ausreichen soll.

In Bewerbungsportalen gelten die dortigen Felder und Upload-Vorgaben. Manche Unternehmen bitten Sie in einem Freitextfeld, Ihre Motivation zu beschreiben, und verlangen kein separates Anschreiben. Halten Sie sich an die geforderte Form und prüfen Sie vor dem Absenden, ob alle verlangten Dateien vorhanden und eindeutig benannt sind.

Anschreiben oder Motivationsschreiben?

Das Anschreiben erklärt vor allem, wie Ihre Erfahrungen und Fähigkeiten zur ausgeschriebenen Stelle passen. Ein Motivationsschreiben vertieft eher Ihre persönlichen Beweggründe. Reichen Sie ein zusätzliches Motivationsschreiben nur ein, wenn es verlangt wird oder einen klaren Mehrwert liefert. Wenn beide Texte gefragt sind, sollten sie unterschiedliche Aspekte behandeln.

Vor dem Absenden prüfen

Lesen Sie das Schreiben noch einmal mit Blick auf die konkrete Anzeige. Stimmen Ansprechperson, Stellenbezeichnung und Kennziffer? Belegt jedes wichtige Argument Ihre Eignung? Prüfen Sie außerdem Datum und Kontaktdaten. Achten Sie auch auf die Rechtschreibung und die verlangten Anhänge. Bitten Sie bei Bedarf eine zweite Person, den Text zu lesen. Vielleicht bemerkt sie Fehler, die Ihnen beim Korrekturlesen entgehen.