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Abschluss nachholen

Erwachsenenbildung im Beruf

Ausbildung oder Studium bilden die Grundlage für den Berufsweg. Wenn sich Aufgaben oder Anforderungen ändern oder Sie den Beruf wechseln möchten, lernen Sie weiter – in Kursen, selbstständig oder im Arbeitsalltag.

Welcher Lernweg passt, hängt von Ihrem Ziel ab: Wissen auffrischen, sich für eine höhere Position qualifizieren, einen Abschluss nachholen oder in ein neues Berufsfeld wechseln. Ein Kurs allein führt nicht automatisch zu einem beruflichen Aufstieg. Ein passendes Lernziel und ein anerkannter Nachweis können Ihre Chancen verbessern.

Fortbildung, Weiterbildung, Umschulung

Im Alltag werden die Begriffe oft ähnlich gebraucht. Sie bedeuten aber nicht immer dasselbe. Weiterbildung ist der Oberbegriff für Lernen nach der ersten Bildungsphase, etwa nach einer Ausbildung oder einem Studium. Sie kann beruflichen Zielen dienen oder persönliche und gesellschaftliche Interessen aufgreifen.

Berufliche Fortbildung baut auf vorhandenen Kenntnissen auf. Nach dem Berufsbildungsgesetz soll sie berufliche Fähigkeiten erhalten, an neue Anforderungen anpassen oder erweitern. Eine Aufstiegsfortbildung, etwa zum Meister oder zur Meisterin, bereitet auf anspruchsvollere Aufgaben vor. Eine Umschulung bereitet dagegen auf eine Tätigkeit in einem anderen Beruf vor. Sie kann für Menschen passen, deren bisheriger Beruf nicht mehr zu ihrer Situation oder ihren beruflichen Zielen passt.

Auch ein Schulabschluss oder Studium lässt sich später nachholen. Welche Voraussetzungen gelten, hängt vom Bildungsweg und Anbieter ab. Beruflich Qualifizierte können unter bestimmten Bedingungen ohne Abitur studieren. Für einen Masterabschluss ist normalerweise ein erster Hochschulabschluss erforderlich; besondere Zugangswege richten sich nach Hochschule und Bundesland.

Weiterbildung nach dem beruflichen Ziel wählen

Klären Sie vor der Anmeldung, was sich nach dem Lernen konkret ändern soll. Müssen Sie im Betrieb ein neues Programm nutzen, kann eine kurze Schulung reichen. Für eine höhere berufliche Qualifikation ist dagegen oft ein längerer Lehrgang mit Prüfung sinnvoll. Wer den Beruf wechseln möchte, sollte prüfen, welche Abschlüsse und praktischen Kenntnisse im neuen Feld tatsächlich verlangt werden.

Auch wenn Sie längere Zeit nicht berufstätig waren, etwa wegen Kindererziehung, Krankheit oder Arbeitslosigkeit, können Sie sich weiterbilden. Je nach Ziel kommen ein nachgeholter Schulabschluss, eine Umschulung oder eine berufliche Fortbildung infrage. Fördermöglichkeiten und Zugangsvoraussetzungen unterscheiden sich je nach Situation und Angebot. Klären Sie deshalb vor Beginn bei der zuständigen Beratungsstelle, der Agentur für Arbeit oder einem Bildungsträger, welche Förderungen infrage kommen und welche Voraussetzungen gelten.

Selbstständig oder begleitet lernen

Beim selbstorganisierten Lernen wählen Sie Inhalte, Tempo und Lernort weitgehend selbst. Dazu zählen digitale Lernangebote, Fachbücher oder das Üben mit anderen. Sie können dabei flexibel lernen, müssen aber selbst planen: Wählen Sie Lernmaterialien aus, prüfen Sie Ihren Fortschritt und besorgen Sie bei Bedarf einen Nachweis über Ihre Kenntnisse.

Kurse, Seminare und Prüfungslehrgänge haben einen festen Ablauf. Sie eignen sich besonders, wenn Sie ein klar umrissenes Ziel verfolgen oder einen anerkannten Abschluss benötigen. Begleitung durch Lehrkräfte und der Austausch mit anderen Lernenden können helfen, den Lernstoff zu strukturieren. Ein organisierter Kurs allein sichert allerdings weder den Prüfungserfolg noch eine neue Stelle.

Lernorte für berufliche Weiterbildung

Betriebe bieten Kurse zu neuen Aufgaben, Geräten oder Computerprogrammen an. Beim angeleiteten Lernen am Arbeitsplatz, auch Training am Arbeitsplatz genannt, üben Sie neue Tätigkeiten direkt in der Praxis. Eine erfahrene Kollegin, ein Vorgesetzter oder eine externe Fachkraft kann die Arbeit erklären und Rückmeldung geben. Dieses Lernen führt nicht automatisch zu einem formalen Abschluss.

Außerhalb des Betriebs gibt es unter anderem Abend- und berufliche Schulen, Volkshochschulen, Kammern, Fernschulen und Hochschulen. Die Angebote unterscheiden sich darin, wie Sie lernen, wie lange sie dauern, was sie kosten und welchen Abschluss sie bieten. Prüfen Sie vor der Anmeldung, ob der Abschluss in Ihrem Beruf anerkannt wird, welche Voraussetzungen für die Zulassung gelten und wie viel Zeit Sie neben dem Beruf dafür brauchen. Klären Sie außerdem, wer die Gebühren übernimmt und wie die Lernzeit geregelt ist. Das hängt vom Angebot, vom Arbeitgeber und von möglichen Förderungen ab.

Wer an Weiterbildung teilnimmt und was sie bewirkt

Viele Menschen nehmen an Weiterbildungen teil, doch nicht alle haben die gleichen Möglichkeiten dazu. Laut Adult Education Survey beteiligten sich 2022 insgesamt 58 Prozent der 18- bis 64-Jährigen an mindestens einer Weiterbildung im Erhebungszeitraum. Nach Schulabschluss unterschied sich die Teilnahmequote: Sie lag bei Menschen mit niedrigem Schulabschluss bei 41 Prozent und bei Menschen mit hohem Schulabschluss bei 69 Prozent. Erwerbstätige nahmen häufiger teil als Arbeitslose. Die Zahlen zeigen, dass Menschen unterschiedlich oft teilnehmen und dass Weiterbildung nicht nur vom persönlichen Interesse abhängt.

Ausgewertete Studien zeigen: Öffentlich geförderte Weiterbildungen, die auf einen Abschluss zielten, verbesserten langfristig die Beschäftigungschancen bestimmter Gruppen. Im Bildungsbericht 2024 lag die Beschäftigungsquote der Geförderten zwei bis acht Jahre nach der Maßnahme je nach Studie und Gruppe etwa 10 bis 25 Prozentpunkte über der Vergleichsgruppe. Diese Ergebnisse gelten für die untersuchten Angebote und Personengruppen. Sie lassen sich nicht auf jede kurze Schulung oder jedes selbstständige Lernen übertragen.