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Weiterbilden

Weiterbildung neben dem Beruf

Sie können sich berufsbegleitend weiterbilden und dabei Ihren Job behalten. So erwerben Sie neues Wissen oder einen anerkannten Abschluss. Zur Auswahl stehen kurze Kurse, berufliche Aufstiegsfortbildungen und Studiengänge. Welche Form passt, hängt davon ab, was Sie erreichen wollen und wie viel Zeit Sie neben der Arbeit zum Lernen haben.

Weiterbildung nach Ihrem Berufsziel wählen

Wenn Sie eine bestimmte Fähigkeit brauchen, etwa den Umgang mit einer neuen Software oder bessere Sprachkenntnisse, reicht oft ein kurzer Kurs. Für mehr Verantwortung oder einen beruflichen Aufstieg bietet sich eine geregelte Fortbildung an, zum Beispiel zum Fachwirt, Meister oder Techniker. Ein Studium passt, wenn Sie einen akademischen Abschluss anstreben oder sich fachlich neu orientieren möchten.

Wie viele Menschen an Weiterbildungen teilnehmen, hängt davon ab, wie die Zahlen erhoben werden. Unterschiedliche Zeiträume und Definitionen erschweren den Vergleich.

Lernform neben dem Beruf wählen

Abendkurse und Präsenzlehrgänge haben feste Termine und bieten direkten Austausch. Das erleichtert vielen das Lernen. Dafür brauchen Sie regelmäßig freie Abende und müssen gegebenenfalls Anfahrtszeiten einplanen. Prüfen Sie vor der Anmeldung, wie häufig der Unterricht stattfindet und ob Prüfungen oder einzelne Unterrichtstage vor Ort verpflichtend sind.

Beim Fernstudium können Sie Ihre Lernzeiten stärker selbst in den Alltag einteilen. Es besteht meist aus Selbststudium und digitalen Lerneinheiten; je nach Hochschule gehören auch Präsenztermine dazu. Ein berufsbegleitendes Studium muss allerdings nicht vollständig online stattfinden. Fragen Sie die Hochschule nach dem tatsächlichen Stundenplan, Prüfungsorten und verbindlichen Anwesenheitsterminen.

Planen Sie bei allen Formaten neben der Unterrichtszeit auch Zeit für Aufgaben, Prüfungsvorbereitung und weitere Lernphasen ein. Bevor Sie sich festlegen, vergleichen Sie den Wochenplan des Lehrgangs mit Ihren Arbeitszeiten und privaten Verpflichtungen. Ein konkreter Lernblock im Kalender hilft, den Aufwand realistisch einzuschätzen.

Abschluss und Zulassung prüfen

Die Abschlüsse Fachwirt, Meister, Techniker und Betriebswirt vermitteln unterschiedliche berufliche Qualifikationen. Ein Fachwirt verbindet kaufmännische Kenntnisse mit Inhalten aus einer bestimmten Branche. Ein Betriebswirt vermittelt stärker übergreifende kaufmännische Kenntnisse. Meister- und Technikerfortbildungen bereiten auf Aufgaben in handwerklichen oder technischen Bereichen vor. Entscheidend sind jeweils die genaue Fachrichtung, der Anbieter und die prüfende Stelle.

Wie lange ein Lehrgang dauert, hängt vom Fach und von der Unterrichtsform ab. Vergleichen Sie deshalb die Bezeichnung des Abschlusses, den Lehrplan, die Prüfungsanforderungen und die Zugangsvoraussetzungen.

Ein Studium ist unter bestimmten Voraussetzungen auch ohne Abitur möglich. Wer eine passende berufliche Aufstiegsqualifikation wie einen Meister- oder Fachwirtabschluss besitzt, kann damit eine Hochschulzugangsberechtigung erwerben. Für andere beruflich Qualifizierte gelten teils fachgebundene Zugangswege. Eine Zugangsberechtigung bedeutet jedoch noch keine Zulassung zu einem bestimmten Studiengang. Klären Sie die Anforderungen direkt mit der Hochschule, besonders wenn Sie einen Master anstreben.

Kosten und Förderung

Bei anerkannten beruflichen Aufstiegsfortbildungen kann das Aufstiegs-BAföG helfen. Es gilt nicht automatisch für jeden Kurs und jeden Studiengang. Für förderfähige Lehrgangs- und Prüfungsgebühren sind bis zu 15.000 Euro vorgesehen. Die Hälfte wird als Zuschuss gewährt; für den übrigen förderfähigen Betrag steht ein Darlehen der Kreditanstalt für Wiederaufbau zur Verfügung. Wenn Sie die Prüfung bestehen, können Sie sich die Hälfte des dann noch offenen Darlehens für diese Gebühren erlassen lassen.

Damit können Zuschuss und späterer Darlehenserlass zusammen bis zu 75 Prozent der förderfähigen Gebühren abdecken, sofern die Bedingungen erfüllt sind. Die Förderung beträgt nicht pauschal 75 Prozent aller Kosten. Für eine geeignete Existenzgründung gelten eigene Voraussetzungen, unter denen das noch offene Darlehen erlassen werden kann. Bei Teilzeitmaßnahmen deckt der Unterhaltsbeitrag in der Regel nicht die Kosten für den Lebensunterhalt.

Die frühere Bildungsprämie ist keine aktuelle Fördermöglichkeit mehr. Für andere Lehrgänge und Studiengänge sollten Sie bei Ihrem Bundesland, dem Arbeitgeber und dem Anbieter nach geltenden Zuschüssen oder Stipendien fragen. Das EXIST-Gründungsstipendium richtet sich an förderfähige, innovative Gründungsvorhaben im Hochschul- oder Forschungsumfeld. Es ist keine allgemeine Finanzierung für ein berufsbegleitendes Studium.

Weiterbildung neben dem Beruf planen

Legen Sie zuerst fest, welchen Abschluss oder welche konkrete Fähigkeit Sie erreichen wollen. Vergleichen Sie danach mehrere Anbieter anhand der Zulassung, des Lehrplans, der Prüfungsform und der verpflichtenden Präsenztermine. Fordern Sie eine vollständige Kostenübersicht an und klären Sie vor der Anmeldung, ob der Lehrgang für eine Förderung infrage kommt.

Besprechen Sie die Lernzeiten früh mit Ihrem Arbeitgeber, wenn Unterricht oder Prüfungen in Ihre Arbeitszeit fallen. Ob eine Freistellung möglich ist, hängt von den geltenden Regeln und der Vereinbarung mit dem Arbeitgeber ab. Planen Sie auch Erholungszeiten ein und achten Sie darauf, dass der Lernaufwand langfristig in Ihren Alltag passt.