Wenn Sie im Beruf neue Aufgaben übernehmen oder fachlich auf dem Laufenden bleiben möchten, baut eine Fortbildung auf Ihren Kenntnissen und Fähigkeiten auf. Sie frischt diese auf, passt sie an neue Anforderungen an oder erweitert sie.
Im Alltag werden „Fortbildung“ und „Weiterbildung“ oft ähnlich verwendet. Eine allgemein gültige Abgrenzung gibt es nicht. Im Beruf kommt es vor allem darauf an, welches Ziel eine Maßnahme hat und was Sie dabei lernen.
Was als Fortbildung gilt
Das Berufsbildungsgesetz beschreibt berufliche Fortbildung als Möglichkeit, Ihre berufliche Handlungsfähigkeit zu erhalten, an neue Anforderungen anzupassen oder zu erweitern und einen Aufstieg zu ermöglichen. Damit ist gemeint: Sie lernen etwas, das auf Ihren bisherigen Kenntnissen oder Ihrer Berufserfahrung aufbaut und Ihnen bei der Arbeit hilft.
Weiterbildung bezeichnet Lernen nach der Erstausbildung und kann Ihre berufliche Entwicklung fördern oder Sie auf einen anderen Beruf vorbereiten. Eine Umschulung qualifiziert Sie für eine andere berufliche Tätigkeit; solche Angebote gelten im Alltag ebenfalls oft als Weiterbildung.
Vier gebräuchliche Fortbildungsarten
In der Praxis teilt man Fortbildungen oft nach ihrem Ziel in vier Arten ein. Diese Einteilung dient der Orientierung. Sie beschreibt keine vier gesetzlichen Stufen.
| Fortbildungsart | Ziel | Beispiel |
|---|---|---|
| Erhaltungsfortbildung | Vorhandenes Wissen auffrischen und berufliche Fähigkeiten erhalten | Ein Auffrischungskurs zu bekannten Arbeitsabläufen |
| Anpassungsfortbildung | Kenntnisse an neue fachliche oder technische Anforderungen anpassen | Eine Schulung zu einem neuen Gerät oder Verfahren |
| Erweiterungsfortbildung | Bestehende Kenntnisse um weitere Fähigkeiten ergänzen | Eine zusätzliche Spezialisierung im eigenen Berufsfeld |
| Aufstiegsfortbildung | Auf anspruchsvollere Aufgaben oder mehr Verantwortung vorbereiten | Eine Fortbildung zum Meister oder Fachwirt, sofern die jeweilige Prüfungsordnung dies vorsieht |
Die Grenzen zwischen den Arten sind nicht immer klar. Eine Fortbildung zur Anpassung an neue Anforderungen kann zugleich neue Fähigkeiten vermitteln. Nicht jede Fortbildung führt zu einem anerkannten Abschluss oder schließt mit einer Prüfung ab.
Vier Arten, drei gesetzliche Stufen
Die vier Fortbildungsarten beschreiben das Ziel einer Maßnahme. Davon zu unterscheiden sind die drei gesetzlichen Fortbildungsstufen der höherqualifizierenden Berufsbildung: Geprüfter Berufsspezialist beziehungsweise Geprüfte Berufsspezialistin, Bachelor Professional und Master Professional. Diese Stufen ordnen bestimmte Fortbildungsabschlüsse ein. Sie sind keine anderen Bezeichnungen für Erhaltungs-, Anpassungs-, Erweiterungs- oder Aufstiegsfortbildung.
Prüfen Sie bei einem Angebot, ob es um das Lernziel, einen geregelten Abschluss oder eine bestimmte Fortbildungsstufe geht. An der Bezeichnung allein erkennen Sie nicht immer, welche Prüfung Sie ablegen oder welchen Abschluss Sie erhalten.
Welche Vorteile eine Fortbildung bietet
Eine passende Fortbildung hält Ihr Wissen aktuell und hilft Ihnen, mit neuen Anforderungen im Beruf umzugehen. Sie kann Ihnen neue Aufgaben eröffnen oder Sie auf eine Spezialisierung und einen beruflichen Aufstieg vorbereiten. Betriebe können so die Fähigkeiten ihrer Beschäftigten erweitern.
Eine Fortbildung führt nicht automatisch zu einer Beförderung, mehr Gehalt oder einem sichereren Arbeitsplatz. Sie bringt Ihnen dann etwas, wenn die vermittelten Fähigkeiten zu Ihrer Tätigkeit und den Anforderungen Ihres Berufsfelds passen.
Kosten und Teilnahme klären
Arbeitgeber können Fortbildungen unterstützen oder bezahlen, müssen aber nicht alle Kosten übernehmen. Je nach Maßnahme tragen Beschäftigte, Betriebe oder öffentliche Stellen einen Teil der Ausgaben. Unter bestimmten Voraussetzungen fördert auch die Agentur für Arbeit eine berufliche Weiterbildung.
Klären Sie vor der Anmeldung mit Ihrem Arbeitgeber, ob Sie während der Arbeitszeit teilnehmen können und wer die Kurs- und Prüfungsgebühren bezahlt. Denken Sie auch an mögliche Kosten für Anfahrt, Übernachtung, Kinderbetreuung oder nötige technische Ausstattung. Fragen Sie nach Fördermöglichkeiten und prüfen Sie, ob Sie bestimmte Voraussetzungen für den angestrebten Abschluss erfüllen müssen.
Sie finden Angebote zum Beispiel über die bundesweite Weiterbildungssuche von mein NOW sowie bei Kammern, Berufsverbänden und regionalen Beratungsstellen. Vergleichen Sie neben den Inhalten auch den Abschluss, den Zeitaufwand, die Kosten und die Prüfungsbedingungen.