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Weiterbildung nach der Ausbildung

Nach der Ausbildung geht es um die nächsten beruflichen Schritte. Sie haben dann eine solide Grundlage, aber viele Branchen verändern sich. Mit einer Weiterbildung verbessern Sie Ihre Position, schlagen eine neue Richtung ein oder steigen nach einer Pause wieder ein.

Weiterbildung bedeutet, nach der Ausbildung gezielt neue Kenntnisse und Fähigkeiten zu erwerben, oft mit Zertifikat oder Teilnahmebestätigung. Die Wege unterscheiden sich in Dauer, Form und Finanzierung.

Was Weiterbildung für Sie leisten kann

Weiterbildung ist ein Sammelbegriff für alles, was Sie nach Ihrer Ausbildung lernen, um beruflich voranzukommen. Sie können damit bestehende Kompetenzen vertiefen, neue Qualifikationen erwerben oder sich für höhere Positionen fit machen. Der konkrete Nutzen zeigt sich in drei Situationen: Sie möchten aufsteigen, Sie möchten den Beruf wechseln, oder Sie möchten nach einer Familienphase oder Krankheit zurück in den Job.

Ein Beispiel: Sie haben eine Ausbildung zur Industriekauffrau abgeschlossen und arbeiten seit zwei Jahren im Einkauf. Mit einer Weiterbildung zur Fachwirtin für Einkauf können Sie sich für eine Teamleitung qualifizieren. Das ist ein klassischer Aufstiegspfad, der oft mit einem anerkannten Abschluss endet.

Die drei Wege: Aufstieg, Wechsel, Wiedereinstieg

Die meisten Weiterbildungen verfolgen eines von drei Zielen. Welches zu Ihnen passt, hängt von Ihrer aktuellen Situation ab.

Der berufliche Aufstieg ist der häufigste Grund. Sie bleiben in Ihrem Fachbereich, erweitern aber Ihre Qualifikationen, um mehr Verantwortung zu übernehmen. Typische Beispiele sind der Meister im Handwerk, der Fachwirt im kaufmännischen Bereich oder der Techniker in der Industrie. Diese Abschlüsse sind in Deutschland klar definiert und gelten bei Arbeitgebern als Nachweis für Führungskompetenz.

Der Berufswechsel ist der zweite Weg. Wenn Sie feststellen, dass Ihre Ausbildung nicht zu Ihnen passt oder der Arbeitsmarkt sich verändert hat, können Sie sich gezielt für einen anderen Bereich qualifizieren. Eine Umschulung ist die intensivste Form, bei der Sie einen komplett neuen Beruf erlernen. Daneben gibt es den Quereinstieg, bei dem Sie mit gezielten Zusatzqualifikationen in ein verwandtes Feld wechseln, ohne die gesamte Ausbildung zu wiederholen.

Der Wiedereinstieg betrifft vor allem Menschen, die einige Jahre aus dem Berufsleben ausgeschieden sind, etwa wegen Kindererziehung oder Pflege von Angehörigen. Hier hilft eine Weiterbildung, den Anschluss an den aktuellen Stand der Technik und der Arbeitsabläufe zu finden. Viele Anbieter haben dafür spezielle Angebote, die auf die Bedürfnisse von Wiedereinsteigern zugeschnitten sind.

Dauer und Formen der Weiterbildung

Die Dauer einer Weiterbildung ist unterschiedlich. Sie reicht von einigen Stunden für ein kompaktes Seminar bis zu mehreren Monaten für einen umfassenden Lehrgang. Entscheidend ist, wie Sie die Weiterbildung in Ihren Alltag integrieren können.

In Vollzeit absolvieren Sie die Weiterbildung wie eine Vollzeitstelle, meist über mehrere Wochen oder Monate. Das ist sinnvoll, wenn Sie schnell ein neues Ziel erreichen wollen und dafür eine Auszeit vom Job nehmen können. In Teilzeit oder berufsbegleitend besuchen Sie die Kurse abends, am Wochenende oder in Blockseminaren, während Sie weiterarbeiten. Diese Form ist besonders beliebt, weil Sie Ihr Einkommen behalten und das Gelernte direkt im Job anwenden können.

Die Art des Nachweises ist unterschiedlich. Viele Weiterbildungen enden mit einem Zertifikat, das Ihre neuen Kenntnisse bestätigt. Andere schließen mit einer Prüfung ab, die zu einem staatlich anerkannten Abschluss führt, etwa zum Meister oder Fachwirt. Bei kürzeren Seminaren erhalten Sie oft nur eine Teilnahmebestätigung. Vor der Anmeldung sollten Sie klären, welche Art von Nachweis Sie benötigen, denn für eine Bewerbung um eine Führungsposition zählt ein anerkannter Abschluss mehr als eine einfache Teilnahmebescheinigung.

Finanzierung: Aufstiegs-BAföG und andere Förderungen

Weiterbildung kostet Geld, aber es gibt staatliche Unterstützung. Das wichtigste Instrument für berufliche Aufstiegsfortbildungen ist das Aufstiegs-BAföG, offiziell Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG) genannt. Es richtet sich an Personen, die eine Aufstiegsfortbildung wie Meister, Fachwirt oder Techniker absolvieren möchten.

Das Aufstiegs-BAföG fördert Lehrgangs- und Prüfungsgebühren, und zwar unabhängig von Ihrem Einkommen und Vermögen. Einen Teil der Kosten erhalten Sie als Zuschuss, den Sie nicht zurückzahlen müssen. Den Rest können Sie über ein zinsgünstiges Darlehen der KfW-Bank finanzieren. Zusätzlich können Sie einen Beitrag zu den Kosten für das notwendige Fachbuch oder für die Unterkunft während eines Vollzeitlehrgangs erhalten.

Für andere Weiterbildungen gibt es weitere Fördermöglichkeiten. Der Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit übernimmt die Kosten für Lehrgänge, die zur beruflichen Eingliederung oder zur Vermeidung von Arbeitslosigkeit beitragen. Die Weiterbildungsprämie ist ein Bonus, den Sie erhalten, wenn Sie eine Zwischen- oder Abschlussprüfung erfolgreich bestehen. Diese Prämien sind an bestimmte Bedingungen geknüpft, etwa an die Dauer der Maßnahme und den erfolgreichen Abschluss.

Die genauen Regelungen und Fördersummen können sich ändern. Vor der Planung Ihrer Weiterbildung sollten Sie die aktuellen Bedingungen prüfen, entweder auf den offiziellen Seiten des Bundesministeriums für Bildung und Forschung oder bei der zuständigen Beratungsstelle.

Wo Sie Hilfe bekommen

Die Auswahl an Weiterbildungen ist groß, und den passenden Kurs zu finden, ist nicht immer einfach. Sie müssen nicht allein suchen. Die Berufsberatung im Erwerbsleben der Agentur für Arbeit bietet persönliche und digitale Beratungsgespräche an. Dort können Sie klären, welche Weiterbildung zu Ihrem Ziel passt, ob Sie förderungsberechtigt sind und wie Sie den Antrag stellen.

Zusätzlich gibt es Online-Portale, die Ihnen die Suche erleichtern. Das Portal "New Plan" hilft Ihnen, Weiterbildungsmöglichkeiten zu entdecken und verschiedene Wege zu vergleichen. "mein NOW" ist ein weiteres Angebot, das sich auf die berufliche Entwicklung konzentriert und Ihnen zeigt, welche Qualifikationen in Ihrer Branche gefragt sind. Beide Portale sind kostenlos nutzbar und führen Sie Schritt für Schritt durch die Optionen.

Ein Tipp für die Praxis: Nehmen Sie sich Zeit für die Beratung, bevor Sie sich für einen Kurs anmelden. Ein Gespräch mit der Berufsberatung kostet nichts und hilft Ihnen, Fehlentscheidungen zu vermeiden, die Zeit und Geld kosten würden.