Bilanzbuchhalter werden: Prüfung und Ablauf
Die Weiterbildung zum Bilanzbuchhalter ist ein anerkannter Fortbildungsberuf in Deutschland. Sie endet mit einer gesetzlich geregelten Prüfung, die aus einem schriftlichen und einem mündlichen Teil besteht.
Vor der Anmeldung müssen Sie die Zulassungsvoraussetzungen erfüllen. Während der Prüfung gelten strenge Fristen; wer eine Frist verpasst, muss Teile der Prüfung wiederholen.
Zulassung zur Prüfung
Die Zulassung zur Bilanzbuchhalter-Prüfung richtet sich nach § 53c des Berufsbildungsgesetzes (BBiG). Das BBiG regelt die berufliche Aus- und Fortbildung in Deutschland. Sie müssen eine der folgenden Voraussetzungen nachweisen:
- eine anerkannte kaufmännische oder verwaltende Berufsausbildung mit einer Dauer von drei Jahren,
- eine anerkannte Fortbildungsqualifikation als Fachwirt, Fachkaufmann oder Fachfrau,
- ein Abschluss als staatlich geprüfter Betriebswirt,
- einen Bachelor- oder Diplomabschluss in Wirtschaftswissenschaften von einer staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschule, verbunden mit mindestens einem Jahr anschließender Berufspraxis,
- mindestens fünf Jahre einschlägige Berufspraxis.
Die Berufspraxis muss inhaltlich zum Aufgabenfeld des Bilanzbuchhalters passen. Wer keine dieser Voraussetzungen erfüllt, wird zur Prüfung nicht zugelassen. Prüfen Sie also vor der Anmeldung, welche Qualifikation Sie vorweisen können.
Die schriftliche Prüfung
Die Prüfung beginnt mit dem schriftlichen Teil. Nur wer diese Prüfung besteht, wird zur mündlichen Prüfung zugelassen. Wer sie nicht besteht, kann nicht an der mündlichen Prüfung teilnehmen und muss den schriftlichen Teil wiederholen.
Die mündliche Prüfung
Die mündliche Prüfung besteht aus einem Vortrag und einem direkt anschließenden Fachgespräch. Im Fachgespräch prüft der Ausschuss, ob Sie technische Inhalte verständlich präsentieren und angemessen kommunizieren können.
Das Thema für den Vortrag wählen Sie selbst. Es muss aus dem Berufsfeld Jahresabschlüsse aufbereiten und auswerten stammen. Sie reichen das Thema zusammen mit einer kurzen Beschreibung und einer Gliederung zum Zeitpunkt der dritten schriftlichen Prüfung beim Prüfungsausschuss ein. Wenn Sie diese Abgabe verpassen, kann das den weiteren Ablauf erschweren.
Nachdem Sie die schriftliche Prüfung bestanden haben, haben Sie zwei Jahre Zeit, die mündliche Prüfung abzulegen. Verpassen Sie diese Frist, verfällt Ihr früheres Bestehen und Sie müssen die schriftliche Prüfung erneut ablegen.
Was Bilanzbuchhalter tun
Bilanzbuchhalter bereiten Jahresabschlüsse vor und werten sie aus. Sie berechnen Kennzahlen aus betrieblichen Bilanzen und arbeiten häufig als Schnittstelle zwischen Abteilungsleitern und der Geschäftsführung. Weil in diesem Bereich Fachkräfte fehlen, suchen viele Unternehmen qualifizierte und erfahrene Bilanzbuchhalter, darunter Wirtschaftsprüfungsgesellschaften, Industriebetriebe und der Dienstleistungssektor.