Weiterbildung Beratung und Coaching richtig wählen

Coaching ist kein staatlich anerkannter Beruf. Es gibt keine einheitliche Ausbildung mit festgelegten Inhalten, und die Qualität der Angebote schwankt stark. Für eine Weiterbildung in Beratung und Coaching entscheidet Ihr berufliches Ziel, welches Angebot passt. Seriöse Institute erkennen Sie an klaren Kriterien. Vor der Buchung klären Sie gezielte Fragen.

Kein Beruf mit einheitlichen Regeln

Coaching ist keine Profession im wissenschaftlichen Sinne und kein staatlich anerkannter Beruf. Das hat praktische Folgen: Es gibt keinen bundesweit einheitlichen Ausbildungsweg, keine verbindlichen Lehrpläne und keine staatliche Prüfung. Jedes Institut bestimmt selbst, was eine Coaching-Ausbildung umfasst. Deshalb ist der Begriff "Coaching-Ausbildung" irreführend, denn es handelt sich nicht um eine Berufsausbildung im klassischen Sinn.

Weil es keine Regulierung gibt, unterscheidet sich die Qualität der Weiterbildungen stark. Manche Anbieter vergeben nach wenigen Wochenenden ein Zertifikat, andere bieten ein mehrjähriges Curriculum mit Supervision und Praxisphasen. Beides trägt den Titel "Coach". Sie müssen die Angebote also selbst vergleichen und brauchen dafür klare Kriterien.

Woran Sie seriöse Institute erkennen

Der Deutsche Bundesverband Coaching (DBVC) setzt sich für Qualitätsstandards im Business Coaching ein. Seine Kriterien helfen Ihnen, Angebote einzuordnen. Eine qualifizierte Ausbildung sollte fundiertes Wissen in Psychologie, Kommunikation und Konfliktmanagement vermitteln. Achten Sie außerdem auf diese Punkte:

  • Supervision und kollegiale Beratung sind fester Bestandteil der Ausbildung
  • Sie arbeiten mit echten Klienten und erhalten Feedback zu Ihrer Arbeit
  • Das Institut legt Dauer, Umfang und Abschluss offen

Ein Zertifikat mit dem Titel "Systemischer Coach" sagt allein nichts über die Qualität aus. Gesamtdauer und Inhalte unterscheiden sich je nach Anbieter stark, obwohl das Zertifikat gleich heißt. Fragen Sie deshalb immer nach dem konkreten Curriculum und danach, welche Kompetenzen am Ende geprüft werden.

Die Wahl hängt von Ihrem Ziel ab

Was Sie mit der Ausbildung erreichen wollen, bestimmt die passende Weiterbildung. Wer als interner Berater in einem Unternehmen arbeitet, braucht andere Inhalte als jemand, der sich selbstständig machen möchte. Menschen in Konfliktsituationen zu begleiten verlangt mehr psychologisches Grundwissen als Prozessberatung.

Klären Sie vor der Suche, ob Sie Business-Coaching anbieten wollen, systemische Beratung oder eine Zusatzqualifikation für Ihren aktuellen Job. Die Institute unterscheiden sich stark in ihren Schwerpunkten. Ein Angebot, das für angehende Selbstständige gut geeignet ist, passt für eine interne Personalentwicklerin nicht automatisch. Nehmen Sie sich Zeit, die Schwerpunkte der Anbieter mit Ihren Aufgaben abzugleichen.

Fragen vor der Buchung

Bevor Sie sich für ein Institut entscheiden, stellen Sie konkrete Fragen. Erkundigen Sie sich nach dem Curriculum, der Gruppengröße und der Qualifikation der Dozenten. Ob Supervision Teil der Ausbildung ist und ob Sie mit echten Klienten arbeiten, sollten Sie ebenfalls klären. Ein seriöses Institut beantwortet diese Fragen offen und kann belegen, worauf sein Zertifikat beruht.

Vergleichen Sie auch, was im Preis enthalten ist, denn manche Anbieter verlangen für die Prüfung oder das Zertifikat zusätzlich Geld. Da es keine staatliche Anerkennung gibt, ersetzt ein teures Zertifikat keine inhaltliche Prüfung durch Sie selbst. Verbände wie der DBVC geben Orientierung, ersetzen aber nicht Ihre eigene Recherche.