Medizinische Fachangestellte (MFA) sind ausgebildete Assistenzkräfte in Arztpraxen, Kliniken und medizinischen Versorgungszentren. Zwei Weiterbildungen bringen mehr Verantwortung: Der Fachwirt für ambulante medizinische Versorgung übernimmt Führungsaufgaben, die Diabetesberaterin kümmert sich um die direkte Patientenbetreuung. Ob Sie ein Praxisteam organisieren oder Menschen mit chronischen Erkrankungen begleiten möchten, entscheidet, welche Weiterbildung zu Ihnen passt.
Fachwirt für ambulante medizinische Versorgung
Der Fachwirt oder die Fachwirtin für ambulante medizinische Versorgung ist eine höhere Berufsbildung nach dem Berufsbildungsgesetz (§ 1 Abs. 1 und 4 BBiG). Die Weiterbildung folgt dem Mustercurriculum der Bundesärztekammer, das 2023 in zweiter Auflage erschienen ist. Sie bereitet auf Führungsaufgaben im Praxisteam vor: Abläufe organisieren, Personalplanung übernehmen, Abrechnung und Qualitätsmanagement verantworten und die Praxis nach außen vertreten.
Die Ärztekammer Westfalen-Lippe bietet den Lehrgang an zwei Standorten an. Am Hubertus-Schwartz-Berufskolleg in Soest startet der Kurs im November, der Unterricht findet samstags statt. Ab Herbst 2027 beginnt ein Kurs am Berufskolleg am Goldberg in Gelsenkirchen mit Online-Unterricht freitags und Präsenzterminen samstags. Wenn Sie nicht in Westfalen-Lippe arbeiten, fragen Sie bei Ihrer zuständigen Ärztekammer nach: Angebote und Termine sind regional unterschiedlich.
Diabetesberaterin werden
Die Diabetesberaterin unterstützt Menschen mit Diabetes mellitus im Alltag. Sie berät zur Ernährung, erklärt die Erkrankung und zeigt, wie man den Blutzucker misst und die Werte einordnet. Die Weiterbildung folgt den Richtlinien der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG). Wer bereits eine Qualifikation als Diabetesassistentin oder Diabetesassistent der DDG hat, kann einen verkürzten Aufbaukurs machen.
Die DDG bietet ihre Kurse an acht Standorten in Deutschland an. Ein praktischer Vorteil: Mit dieser Qualifikation können Sie Leistungen innerhalb der diabetologischen Versorgungsstrukturen abrechnen. Praxen und Zentren, die nach diesen Strukturen abrechnen, können Ihre Arbeit gezielt einsetzen und bezahlen.
Anerkennung entscheidet über die Berufschancen
Nicht jede Weiterbildung mit ähnlichem Namen öffnet dieselben Türen. Ein Fernlehrgang zum Ernährungsberater mit Schwerpunkt Diabetes an der Academy of Sports in Backnang vermittelt Wissen, ist aber nicht in die diabetologischen Versorgungsstrukturen eingebunden. In medizinischen Einrichtungen, die nach diesen Strukturen arbeiten, finden Absolventen dieses Lehrgangs deshalb schwerer eine Anstellung als DDG-zertifizierte Diabetesberaterinnen.
Prüfen Sie vor der Anmeldung, wer die Weiterbildung ausstellt und welche Anerkennung das Zertifikat in der Praxis hat. Für die Diabetesbetreuung zählt die DDG-Zertifizierung, für Führungsaufgaben in Praxen die Anerkennung durch die Ärztekammer. Fragen Sie im Zweifel in der Praxis oder Einrichtung, in der Sie arbeiten möchten, welche Qualifikation dort vorausgesetzt wird.