Studieren ohne Abitur: Wege an die Hochschule
Sie haben eine abgeschlossene Berufsausbildung von mindestens zwei Jahren, aber kein Abitur, und möchten trotzdem studieren? Dann können Sie unter bestimmten Voraussetzungen eine Hochschulzugangsberechtigung erwerben. Diese ist der allgemeinen Hochschulreife gleichwertig. Damit steht Ihnen grundsätzlich jedes Studienfach an jeder Hochschule offen. Die genauen Regeln legen die Bundesländer fest. Sie unterscheiden sich zum Teil erheblich.
Berufsausbildung und Berufserfahrung
Für ein Studium ohne Abitur brauchen Sie eine abgeschlossene Berufsausbildung von mindestens zwei Jahren. Auf dieser Ausbildung bauen die verschiedenen Zugangswege auf. Je nachdem, wie sich Ihre berufliche Laufbahn nach der Ausbildung entwickelt, stehen Ihnen unterschiedliche Wege an die Hochschule offen.
Der Weg über die Aufstiegsfortbildung
Wer eine berufliche Aufstiegsfortbildung abschließt, etwa als Meister, Fachwirt oder Techniker, bekommt in allen Bundesländern eine allgemeine Hochschulzugangsberechtigung. Diese ist der allgemeinen Hochschulreife gleichwertig. Mit dieser Berechtigung können Sie jedes Studienfach an jeder Hochschule studieren, ohne weitere Prüfungen oder Wartesemester. Die Aufstiegsfortbildung ist der klarste und am weitesten anerkannte Weg.
Wege ohne Aufstiegsfortbildung
Auch ohne Meister oder Fachwirt können Sie studieren, wenn Sie Berufserfahrung haben. Die Bundesländer bieten unterschiedliche Modelle an. Einige verlangen eine bestimmte Anzahl an Berufsjahren, andere verlangen eine Eignungsprüfung oder ein Probestudium. Die genauen Bedingungen stehen in den Hochschulgesetzen Ihres Bundeslandes. Diese Regelungen werden oft durch Verordnungen ergänzt, die von Hochschule zu Hochschule unterschiedlich ausgelegt werden.
Unterschiede nach Bundesland
Die Hochschulgesetze der Länder regeln, wer ohne Abitur studieren darf. Das heißt: Was in Bayern möglich ist, muss in Schleswig-Holstein nicht genauso gelten. Die Unterschiede betreffen vor allem die geforderte Berufserfahrung, die Art der Zugangsprüfung und die Frage, ob ein Probestudium angeboten wird. Informieren Sie sich daher frühzeitig bei der Hochschule, an der Sie studieren möchten, und prüfen Sie die konkreten Zulassungsbedingungen für Ihr Wunschfach.
Was Sie bei der Planung beachten sollten
Studieren ohne Abitur erfordert Willenskraft und Ausdauer. Sie müssen sich durch viele Sonderregelungen arbeiten, die je nach Bundesland und Hochschule unterschiedlich sind. Planen Sie genügend Zeit für die Recherche ein und klären Sie früh, welche Unterlagen Sie benötigen. Ein Beratungsgespräch an der Hochschule oder bei der Studienberatung hilft, Missverständnisse zu vermeiden. Auch die Frage, ob Sie das Studium berufsbegleitend oder in Vollzeit absolvieren möchten, sollten Sie vorab klären.