Der Stellenmarkt umfasst alle Wege, über die Arbeitgeber freie Arbeitsplätze veröffentlichen und Bewerber passende Jobs suchen. Dazu gehören unter anderem die Jobsuche der Bundesagentur für Arbeit, allgemeine Jobportale, branchenspezifische Börsen, regionale Zeitungen und die Karriereseiten von Unternehmen.
2026 zeigt der deutsche Stellenmarkt ein zweigeteiltes Bild: Die allgemeine Nachfrage nach Arbeitskräften ist zurückgegangen, gleichzeitig suchen Unternehmen in bestimmten Berufen und Regionen weiterhin dringend Beschäftigte. Gute Chancen hängen deshalb stark von Beruf, Qualifikation, Standort, Berufserfahrung und gewünschtem Arbeitsmodell ab.
Wie entwickelt sich der Stellenmarkt aktuell?
Die Zahl der offenen Stellen ist gesunken, liegt aber weiterhin auf einem hohen Niveau. Nach der IAB-Stellenerhebung gab es im ersten Quartal 2026 bundesweit rund 1,15 Millionen offene Stellen. Das waren etwa 8 Prozent weniger als im Vorquartal und rund 2 Prozent weniger als im ersten Quartal 2025.
Die Bundesagentur für Arbeit meldete im Juli 2026 insgesamt 653.000 Arbeitsstellen. Der Stellenindex BA-X lag bei 103 Punkten und blieb damit gegenüber Juni unverändert. Diese Zahl beschreibt die bei der Bundesagentur gemeldeten Stellen. Sie erfasst nicht alle freien Arbeitsplätze in Deutschland.
| Kennzahl | Bedeutung |
|---|---|
| Arbeitslose | Personen ohne Beschäftigung, die bei der Bundesagentur für Arbeit registriert sind |
| Erwerbslose | Personen ohne Arbeit nach dem internationalen ILO-Konzept, unabhängig von einer Meldung bei der Arbeitsagentur |
| Gemeldete Arbeitsstellen | Freie Stellen, die Arbeitgeber der Bundesagentur für Arbeit mitgeteilt haben |
| Offene Stellen insgesamt | Geschätzte Zahl aller freien Stellen, einschließlich nicht gemeldeter Angebote |
Im Juli 2026 waren rund 3,007 Millionen Menschen arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote lag bei 6,4 Prozent. Im Vergleich zum Juni stieg die Zahl der Arbeitslosen um 71.000, gegenüber Juli 2025 um 28.000.
Auch die Beschäftigung entwickelte sich leicht rückläufig. Im Mai 2026 gab es nach Angaben des Bundesarbeitsministeriums 34,83 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Das waren 69.000 weniger als im Vorjahresmonat. Das Statistische Bundesamt erfasste im selben Monat rund 45,68 Millionen Erwerbstätige mit Wohnort in Deutschland, 171.000 weniger als ein Jahr zuvor.
Die Zahlen zeigen: Der Arbeitsmarkt ist insgesamt weniger dynamisch. Daraus folgt jedoch nicht, dass in allen Berufen schlechte Aussichten bestehen.
In welchen Berufen werden Arbeitskräfte gesucht?
Die Bundesagentur für Arbeit wies in ihrer Fachkräfteengpassanalyse 2025 157 Engpassberufe aus. In diesen Berufen finden Arbeitgeber nur schwer geeignete Bewerber. Die Engpasslage betrifft einzelne Berufe und Regionen, nicht den gesamten Stellenmarkt.
Besonders gefragt sind weiterhin Beschäftigte in folgenden Bereichen:
- Pflege und medizinische Gesundheitsberufe
- Erziehung, Sozialarbeit und Sozialpädagogik
- Bau- und Ausbauhandwerk
- technische und fertigungsnahe Berufe
- Berufskraftverkehr und Logistik
- Gastronomie, insbesondere Köchinnen und Köche
- Vermessungstechnik und weitere technische Spezialgebiete
Die Nachfrage verändert sich jedoch. In der aktuellen Analyse gelten beispielsweise Softwareentwicklung, IT-Vertrieb und spanende Metallbearbeitung nicht mehr als Engpassbereiche. Vermessungstechnik sowie Sozialarbeit und Sozialpädagogik kamen dagegen hinzu.
Für die persönliche Jobsuche reicht die Berufsbezeichnung allein deshalb nicht aus. Auch diese Faktoren beeinflussen die Chancen:
- vorhandener Berufs- oder Studienabschluss
- Berufserfahrung
- praktische Zusatzkenntnisse
- Deutschkenntnisse
- Bereitschaft zu Schichtarbeit
- regionale Mobilität
- Anerkennung ausländischer Abschlüsse
- gewünschte Arbeitszeit und Gehaltsvorstellung
Warum der Standort eine große Rolle spielt
Der Stellenmarkt unterscheidet sich deutlich zwischen Regionen. Selbst innerhalb eines Bundeslandes können sich die Chancen für denselben Beruf stark verändern. Eine Suche ausschließlich am Wohnort liefert deshalb oft weniger Treffer als eine Suche mit einem größeren Pendelradius.
Wer beispielsweise als Elektroniker arbeitet, sollte nicht nur nach Stellen am eigenen Wohnort suchen. Ein Suchauftrag mit einem Umkreis von 25 oder 50 Kilometern kann zusätzliche Angebote in Nachbarstädten und angrenzenden Landkreisen anzeigen. Auch verwandte Berufsbezeichnungen erhöhen die Trefferzahl.
Sinnvolle Suchvarianten sind zum Beispiel:
- Elektroniker Energie- und Gebäudetechnik
- Elektroniker Betriebstechnik
- Servicetechniker
- Instandhaltungstechniker
- Mitarbeiter Elektromontage
Die Jobsuche der Bundesagentur für Arbeit bietet Filter für Ort, Entfernung, Arbeitszeit und weitere Merkmale. Wer in einer Region mit wenigen Angeboten lebt, sollte zusätzlich angrenzende Regionen, hybride Arbeitsmodelle und einen Umzug prüfen.
Wo findet man passende Stellenangebote?
Kein einzelnes Portal enthält alle freien Arbeitsplätze. Arbeitgeber veröffentlichen Stellen auf unterschiedlichen Plattformen oder ausschließlich auf der eigenen Karriereseite. Die Bundesagentur für Arbeit nennt weit über 1.000 Jobportale in Deutschland.
Jobsuche der Bundesagentur für Arbeit
Die Jobsuche der Bundesagentur gehört zu den wichtigsten Anlaufstellen. Sie bietet unter anderem:
- Suchfilter nach Beruf und Tätigkeitsfeld
- regionale Filter und Entfernungssuche
- Auswahl nach Vollzeit, Teilzeit und weiteren Arbeitszeitmodellen
- Stellen für Berufserfahrene, Berufseinsteiger und Quereinsteiger
- Suchaufträge mit Benachrichtigungen
- Angebote aus Deutschland und dem Ausland
Die Nutzung steht allen Interessierten offen. Eine Arbeitslosmeldung ist dafür nicht erforderlich.
Allgemeine Jobportale und Jobsuchmaschinen
Allgemeine Portale eignen sich für einen breiten Überblick. Jobsuchmaschinen durchsuchen zusätzlich die Karriereseiten von Unternehmen und andere Stellenbörsen. Dadurch erscheinen auch Angebote, die nicht auf jedem großen Portal veröffentlicht werden.
Bei solchen Suchmaschinen sollten Bewerber auf doppelte Anzeigen achten. Dasselbe Angebot kann von einem Unternehmen, einer Personalvermittlung und einer Jobsuchmaschine gleichzeitig angezeigt werden.
Branchenspezifische Stellenbörsen
Fachportale bieten häufig präzisere Ergebnisse als allgemeine Börsen. Sie sind besonders hilfreich in Bereichen wie:
- Pflege und Gesundheitswesen
- Handwerk und Bau
- IT und Technik
- Bildung und Wissenschaft
- Banken und Versicherungen
- Hotel- und Gaststättengewerbe
- Logistik und Verkehr
Branchenverbände, Fachzeitschriften und Berufsnetzwerke nennen häufig passende Portale. Auch ein eigenes Stellengesuch kann sinnvoll sein, wenn Arbeitgeber aktiv nach bestimmten Fachkräften suchen.
Karriereseiten von Unternehmen
Wer bereits interessante Arbeitgeber kennt, sollte deren Karriereseiten direkt prüfen. Dort finden sich oft ausführlichere Informationen zu:
- Aufgaben und Anforderungen
- Arbeitszeit und Arbeitsort
- Bewerbungsablauf
- Entwicklungsmöglichkeiten
- Ausbildung und dualem Studium
- Ansprechpartnern
Eine Initiativbewerbung eignet sich vor allem für Unternehmen, die regelmäßig Personal einstellen, auch wenn gerade keine passende Anzeige veröffentlicht ist.
Regionale Angebote und persönliche Kontakte
Regionale Tageszeitungen, kommunale Stellenbörsen und lokale Arbeitgeberseiten führen Angebote, die über große Portale weniger sichtbar sind. Auch persönliche Kontakte helfen bei der Suche. Ehemalige Kolleginnen und Kollegen, Berufsverbände, Fachveranstaltungen und Empfehlungen durch Beschäftigte können auf freie Stellen hinweisen.
Die besten Suchkanäle kombinieren
Eine mehrgleisige Suche erhöht die Reichweite. Bewährt hat sich eine Kombination aus:
- einem allgemeinen Jobportal oder einer Jobsuchmaschine,
- einem branchenspezifischen Portal,
- den Karriereseiten ausgewählter Arbeitgeber,
- der Jobsuche der Bundesagentur für Arbeit,
- regionalen Angeboten und persönlichen Kontakten.
Nach Auswertungen des IAB waren Online-Jobbörsen, Unternehmenswebseiten und soziale Medien zusammen in fast 47 Prozent der Fälle an einer erfolgreichen Stellenbesetzung beteiligt. Persönliche Kontakte und Empfehlungen durch bereits Beschäftigte spielten bei 31 Prozent der sozialversicherungspflichtigen Neueinstellungen eine entscheidende Rolle.
Diese Zahlen belegen keine Rangliste der besten Portale. Sie zeigen, dass Bewerber ihre Suche nicht auf einen einzigen Kanal beschränken sollten.
So organisieren Jobsuchende ihre Suche
1. Suchprofil festlegen
Vor der ersten Suche sollten Bewerber konkrete Grenzen und Prioritäten bestimmen:
- Welche Tätigkeiten kommen infrage?
- Welche Qualifikation ist vorhanden?
- Welche Arbeitszeit wird gesucht?
- Wie weit darf der Arbeitsweg sein?
- Ist Schichtarbeit möglich?
- Kommt ein Quereinstieg infrage?
- Welche Gehaltsvorstellung besteht?
- Sind Homeoffice oder hybride Arbeit wichtig?
Ein klares Suchprofil verhindert, dass Bewerber viele unpassende Anzeigen speichern und den Überblick verlieren.
2. Mehrere Berufsbezeichnungen testen
Arbeitgeber verwenden nicht immer dieselbe Berufsbezeichnung wie Bewerber. Wer nach „Bürokauffrau“ sucht, sollte beispielsweise auch diese Begriffe ausprobieren:
- kaufmännische Mitarbeiterin
- Sachbearbeiterin
- Mitarbeiterin Verwaltung
- Teamassistenz
- Office Managerin
Auch Schreibweisen ohne geschlechtsspezifische Endung oder mit englischen Fachbegriffen führen zu anderen Ergebnissen. Die Suchbegriffe sollten zur eigenen Erfahrung und zum tatsächlichen Aufgabenbereich passen.
3. Suchaufträge einrichten
Suchaufträge informieren automatisch über neue Anzeigen. Sie sind besonders nützlich, wenn der passende Job nicht sofort verfügbar ist. Bewerber sollten mehrere Suchaufträge mit unterschiedlichen Kombinationen anlegen, etwa:
- enger Suchradius mit genauer Berufsbezeichnung,
- größerer Suchradius mit verwandten Tätigkeiten,
- Suche nach Teilzeit oder hybrider Arbeit,
- Suche bei bestimmten Arbeitgebern.
4. Stellenanzeigen gründlich prüfen
Vor einer Bewerbung lohnt sich ein genauer Blick auf die Anzeige. Wichtig sind vor allem:
- Arbeitsort und Pendelstrecke
- Vollzeit, Teilzeit oder Schichtarbeit
- Befristung oder unbefristete Beschäftigung
- zwingend verlangte Qualifikationen
- tatsächliche Hauptaufgaben
- Bewerbungsfrist
- gewünschte Unterlagen
- Gehaltsangabe, sofern vorhanden
- vollständiger Name und Erreichbarkeit des Arbeitgebers
Vorsicht ist angebracht, wenn der Arbeitgeber nicht eindeutig erkennbar ist, hohe Gebühren verlangt werden oder die Aufgabenbeschreibung unklar bleibt.
5. Bewerbungen dokumentieren
Eine einfache Tabelle hilft, den Überblick zu behalten. Sie kann folgende Spalten enthalten:
- Unternehmen
- Stelle
- Datum der Bewerbung
- Ansprechpartner
- Bewerbungsweg
- Frist
- Rückmeldung
- nächster Schritt
So vermeiden Bewerber doppelte Bewerbungen und können nach einigen Wochen gezielt nachfragen.
Bewerbung auf eine Stellenanzeige
Eine Bewerbung sollte die konkrete Stelle aufgreifen. Allgemeine Aussagen wie „Ich bin motiviert und teamfähig“ überzeugen weniger als ein belegbares Beispiel.
Weniger aussagekräftig:
Ich bin teamfähig und motiviert.
Konkreter:
In meiner bisherigen Tätigkeit habe ich die Einsatzplanung für ein fünfköpfiges Team koordiniert und kurzfristige Ausfälle organisiert.
Das Beispiel verbindet eine behauptete Stärke mit einer tatsächlichen Aufgabe. Bewerber sollten wichtige Anforderungen aus der Anzeige aufgreifen und zeigen, wo sie diese bereits angewendet haben.
Für die Unterlagen gelten einige Grundregeln:
- Der Lebenslauf sollte übersichtlich und aktuell sein.
- Berufserfahrung und passende Kenntnisse gehören an eine gut sichtbare Stelle.
- Das Anschreiben sollte auf die konkrete Position zugeschnitten sein.
- Zeugnisse und Nachweise sollten nur im verlangten Umfang beigefügt werden.
- Dateinamen sollten eindeutig sein, zum Beispiel „Lebenslauf_Max-Mustermann.pdf“.
- Vor dem Absenden müssen Kontaktdaten und Anhänge geprüft werden.
Ein identisches Anschreiben für jede Stelle spart zwar Zeit, spricht aber häufig nicht auf die Anforderungen des jeweiligen Arbeitgebers an. Besser ist ein einheitliches Grundgerüst mit individuell angepassten Abschnitten.
Homeoffice, Teilzeit und flexible Arbeitszeit
Homeoffice gehört zum Stellenmarkt, betrifft aber vor allem Tätigkeiten, die sich am Computer erledigen lassen. 2025 arbeiteten 25 Prozent der Erwerbstätigen zumindest gelegentlich von zu Hause. 2019 waren es 13 Prozent. Besonders verbreitet ist mobiles Arbeiten in Schreibtisch-, Wissenschafts- und Führungsberufen.
In Pflege, Produktion, Logistik, Handwerk und vielen Bereichen der Gastronomie liegt der Arbeitsort dagegen überwiegend im Betrieb, in der Einrichtung oder beim Kunden.
Diese Begriffe sollten Bewerber unterscheiden:
- Vollständig remote: Die Tätigkeit wird überwiegend oder vollständig außerhalb des Unternehmensstandorts ausgeübt.
- Hybrid: Präsenz im Betrieb und mobiles Arbeiten wechseln sich ab.
- Präsenzarbeit: Die Arbeit findet regelmäßig an einem festen Ort statt.
- Flexible Arbeitszeit: Beginn und Ende der Arbeitszeit lassen sich innerhalb bestimmter Grenzen anpassen. Das sagt zunächst nichts über den Arbeitsort aus.
Teilzeit bleibt ebenfalls ein wichtiger Bereich. 2025 arbeiteten 31,9 Prozent der abhängig Beschäftigten in Teilzeit. Die Teilzeitquote lag bei Frauen bei 50,6 Prozent und bei Männern bei 14,3 Prozent.
Wer Teilzeit oder Homeoffice sucht, sollte die Begriffe direkt in die Suchfilter oder Suchbegriffe aufnehmen. Zusätzlich lohnt sich ein Blick in die vollständige Stellenanzeige, weil Unternehmen flexible Arbeitsmodelle unterschiedlich bezeichnen.
Was gilt für internationale Bewerber?
Internationale Fachkräfte sollten früh prüfen, ob ihr Berufsabschluss in Deutschland anerkannt werden muss. Die Anforderungen hängen unter anderem vom Zielberuf, vom Herkunftsland und vom geplanten Aufenthaltstitel ab.
Reglementierte Berufe
In reglementierten Berufen ist eine bestimmte Qualifikation oder Berufszulassung vorgeschrieben. Dazu gehören beispielsweise viele Berufe im Gesundheitswesen, das Lehramt, die Rechtsberatung und bestimmte Tätigkeiten mit staatlich geregelten Voraussetzungen.
Ohne die erforderliche Anerkennung oder Zulassung darf der Beruf in diesen Bereichen nicht ausgeübt werden.
Nicht reglementierte Berufe
Bei den meisten nicht reglementierten Berufen ist eine formale Anerkennung für die Berufsausübung nicht zwingend vorgeschrieben. Für bestimmte Visa und Aufenthaltstitel kann sie trotzdem eine wichtige Rolle spielen. Außerdem erleichtert eine offizielle Bewertung Arbeitgebern den Vergleich ausländischer und deutscher Abschlüsse.
Ein Anerkennungsverfahren dauert nach Angaben des offiziellen Portals „Make it in Germany“ in der Regel drei bis vier Monate, sobald die Unterlagen vollständig eingereicht wurden. Die tatsächliche Dauer hängt vom Beruf, der zuständigen Stelle und den eingereichten Nachweisen ab.
Internationale Bewerber sollten:
- prüfen, ob der Zielberuf reglementiert ist,
- die zuständige Anerkennungsstelle ermitteln,
- Zeugnisse und Arbeitsnachweise zusammentragen,
- die erforderlichen Sprachkenntnisse klären,
- parallel nach geeigneten Arbeitgebern suchen,
- den deutschen Referenzberuf und vergleichbare Tätigkeiten im Lebenslauf erklären.
Ausbildungsmarkt und Stellenmarkt getrennt betrachten
Ausbildungsplätze gehören zum Arbeitsmarkt, folgen aber eigenen Regeln. Im Juli 2026 waren bei den Agenturen und Jobcentern 418.000 Bewerberinnen und Bewerber für Ausbildungsstellen registriert. Gleichzeitig wurden 437.000 Ausbildungsstellen gemeldet, von denen 162.000 noch unbesetzt waren.
Die Zahlen zeigen, dass viele Angebote vorhanden sein können, obwohl Bewerber und Ausbildungsbetriebe nicht zusammenfinden. Gründe sind unter anderem unterschiedliche Berufswünsche, Entfernungen, Schulabschlüsse und Anforderungen.
Jugendliche sollten deshalb:
- mehrere verwandte Ausbildungsberufe prüfen,
- den Suchradius vergrößern,
- Berufsberatung nutzen,
- Praktika zur Orientierung absolvieren,
- auch nach dem offiziellen Ausbildungsbeginn weiter suchen,
- sich direkt bei passenden Betrieben erkundigen.
Der Ausbildungsmarkt bleibt auch in den Sommermonaten und danach in Bewegung. Eine Absage auf eine einzelne Bewerbung sagt wenig über die gesamten Chancen aus.
Häufige Fragen zum Stellenmarkt
Was versteht man unter dem Stellenmarkt?
Der Stellenmarkt umfasst alle verfügbaren Informationen und Angebote zu freien Arbeitsplätzen. Dazu gehören gedruckte Stellenanzeigen, Online-Portale, Jobsuchmaschinen, Unternehmenswebseiten, regionale Börsen und persönliche Kontakte.
Wie finde ich passende Stellenangebote?
Definieren Sie zunächst Beruf, Arbeitszeit, Standort und gewünschte Tätigkeit. Nutzen Sie danach mehrere Suchkanäle, testen Sie verwandte Berufsbezeichnungen und richten Sie Suchaufträge ein. Prüfen Sie jede Anzeige auf Aufgaben, Anforderungen, Arbeitsort und Frist.
Welche Berufe sind aktuell gefragt?
Besonders gesucht werden unter anderem Pflegekräfte, Beschäftigte in Gesundheitsberufen, Erzieherinnen und Erzieher, Sozialarbeiter, Fachkräfte im Bau- und Ausbauhandwerk, technische Beschäftigte, Berufskraftfahrer und Köche. Die Nachfrage unterscheidet sich jedoch nach Region und Qualifikation.
Gibt es in Deutschland noch einen Fachkräftemangel?
In bestimmten Berufen bestehen weiterhin Fachkräfteengpässe. Gleichzeitig ist die allgemeine Arbeitskräftenachfrage gesunken, und in vielen Berufen gibt es mehr verfügbare Arbeitskräfte als offene Stellen. Beide Entwicklungen bestehen gleichzeitig.
Wo finde ich seriöse Stellenanzeigen?
Geeignete Anlaufstellen sind die Jobsuche der Bundesagentur für Arbeit, etablierte Jobportale, branchenspezifische Börsen, regionale Stellenmärkte und die Karriereseiten bekannter Unternehmen. Der Arbeitgeber sollte eindeutig erkennbar sein und vollständige Angaben zur Stelle machen.
Wie wichtig ist die Bundesagentur für Arbeit?
Die Bundesagentur bietet eine große Zahl gemeldeter Stellen und umfangreiche Suchfilter. Sie erfasst jedoch nicht alle freien Arbeitsplätze. Deshalb sollten Bewerber zusätzlich Unternehmensseiten, private Portale und branchenspezifische Angebote nutzen.
Kann ich mich ohne passende Stellenausschreibung bewerben?
Ja. Eine Initiativbewerbung eignet sich besonders bei Unternehmen, die regelmäßig Personal einstellen oder in der gewünschten Branche stark vertreten sind. Im Anschreiben sollte konkret stehen, welche Tätigkeit gesucht wird und welchen Nutzen die eigene Erfahrung für das Unternehmen bietet.
Was gilt für ausländische Berufsabschlüsse?
Ob eine Anerkennung erforderlich ist, hängt vom Beruf, Abschluss und Aufenthaltsstatus ab. In reglementierten Berufen ist sie für die Berufsausübung vorgeschrieben. In vielen nicht reglementierten Berufen ist sie nicht zwingend nötig, kann aber für die Einreise, den Aufenthalt oder die Einschätzung durch Arbeitgeber wichtig sein.
Wie finde ich Teilzeit- oder Homeoffice-Stellen?
Verwenden Sie Suchfilter wie „Teilzeit“, „mobiles Arbeiten“, „Homeoffice“ oder „hybrid“. Prüfen Sie die Angaben in der vollständigen Anzeige, weil flexible Arbeitsmodelle unterschiedlich geregelt sind. Homeoffice eignet sich vor allem für Tätigkeiten, die sich digital erledigen lassen.
Wie unterscheiden sich Arbeitslose, Erwerbslose und Arbeitssuchende?
Arbeitslose sind bei der Bundesagentur registrierte Personen ohne Beschäftigung. Erwerbslose werden nach dem internationalen ILO-Konzept erfasst und müssen nicht bei einer Arbeitsagentur gemeldet sein. Arbeitssuchende suchen eine Beschäftigung, können aber bereits arbeiten, beispielsweise weil sie den Arbeitgeber wechseln möchten.
Fazit: Mit mehreren Wegen schneller zur passenden Stelle
Der deutsche Stellenmarkt bietet 2026 weiterhin Chancen, verteilt diese aber ungleich. Pflege, Gesundheit, Erziehung, Handwerk, Technik, Verkehr und einzelne Spezialberufe bleiben gefragt. Gleichzeitig erschweren eine schwächere Gesamtnachfrage und regionale Unterschiede die Suche in vielen anderen Bereichen.
Wer die Chancen verbessern möchte, sollte den Suchradius realistisch wählen, mehrere Berufsbezeichnungen verwenden und mindestens drei Suchkanäle kombinieren. Dazu gehören ein allgemeines Portal, eine branchenspezifische Börse und die Karriereseiten interessanter Arbeitgeber. Suchaufträge halten Bewerber über neue Angebote auf dem Laufenden. Eine auf die konkrete Stelle zugeschnittene Bewerbung macht die vorhandene Erfahrung sichtbar.