Online-Bewerbung per E-Mail und Bewerbungsportal

Die Online-Bewerbung hat die postalische weitgehend abgelöst: Sie ist schneller, kostet kein Porto und erreicht die Personalabteilung meist am selben Tag. Ob Sie per E-Mail oder über ein Online-Formular einreichen, steht in der Stellenanzeige. Wer diesen Weg einhält und die Unterlagen sauber aufbereitet, hat gute Chancen, den ersten Auswahlschritt zu bestehen.

Die Anzeige bestimmt den Weg

Bevor Sie Unterlagen zusammenstellen, lesen Sie die Stellenanzeige genau. Die meisten Unternehmen schreiben dort, ob Sie sich per E-Mail, über ein Bewerbungsportal oder auf dem Postweg bewerben sollen. Diese Vorgabe sollten Sie ernst nehmen. Wer seine Bewerbung trotzdem an die falsche Adresse schickt oder ein Portal ignoriert, riskiert, dass die Unterlagen gar nicht erst bearbeitet werden. Bei manchen Anzeigen finden Sie auch eine Kennziffer für die Stelle. Diese gehört in die Betreffzeile der E-Mail oder in das entsprechende Feld des Portals, damit die Bewerbung der richtigen Stelle zugeordnet wird.

E-Mail-Bewerbung richtig aufsetzen

Bei der E-Mail-Bewerbung zählt der erste Eindruck, und der beginnt mit der Betreffzeile. Nennen Sie darin die Stellenbezeichnung, die Kennziffer aus der Anzeige und Ihren Namen, etwa "Bewerbung als Marketingmanager (Kennziffer) – Anna Schmidt". So sieht der Empfänger sofort, worum es geht und wessen Unterlagen er öffnet.

Der Text der E-Mail selbst ist nur eine kurze Einleitung und ersetzt nicht das Anschreiben. Zwei bis drei Sätze genügen: Sie bewerben sich auf die ausgeschriebene Stelle, Ihre Unterlagen finden Sie im Anhang, und Sie freuen sich auf eine Einladung zum Gespräch. Formulieren Sie diese Zeilen persönlich und beziehen Sie sich auf das Unternehmen, dann wirkt die E-Mail nicht wie eine Massensendung.

Verschicken Sie die Anhänge als PDF-Dateien, weil sich das Format auf jedem Rechner gleich öffnet. Benennen Sie die Dateien eindeutig, zum Beispiel "Schmidt_Anschreiben.pdf" und "Schmidt_Lebenslauf.pdf". Vermeiden Sie Namen wie "Dokument1" oder "Bewerbung_neu2", die in der Dateiliste des Empfängers keine Orientierung bieten. Achten Sie außerdem darauf, dass die Dateien nicht zu groß sind. Wenn die Anzeige eine Größenbeschränkung nennt, halten Sie sich daran.

Bewerbungsportale: Formulare und Uploads

Viele Unternehmen nutzen für Bewerbungen ein eigenes Portal. Dort füllen Sie in der Regel ein Online-Formular aus und laden Ihre Dokumente als Dateien hoch. Der wichtigste Punkt: Übertragen Sie die Daten aus Ihrem Lebenslauf sorgfältig in die vorgesehenen Felder. Personalverantwortliche lesen häufig zuerst die Angaben im Formular und öffnen die Anhänge erst später. Wenn Sie im Formular nur "siehe Lebenslauf" schreiben, wirkt das nachlässig.

Die Upload-Funktion akzeptiert meist PDF-Dateien, manchmal auch Word-Dokumente. Prüfen Sie vor dem Absenden, ob alle Anhänge wirklich angehängt sind und ob die Dateien vollständig übertragen wurden. Bewerber schicken das Formular oft ab und merken erst danach, dass der Lebenslauf fehlt. Nehmen Sie sich daher Zeit für die letzte Kontrolle, bevor Sie auf den Absenden-Button klicken.

Das Anschreiben: persönlich und auf einer Seite

Das Anschreiben ist auch bei der Online-Bewerbung der wichtigste Teil Ihrer Unterlagen. Es sollte nicht länger als eine DIN-A4-Seite sein und klar sagen, warum Sie für die Stelle geeignet sind. Adressieren Sie es an die in der Anzeige genannte Kontaktperson, nicht an "Sehr geehrte Damen und Herren", wenn ein Name bekannt ist. Erklären Sie im ersten Absatz, wie Sie auf die Stelle aufmerksam geworden sind, etwa über eine Empfehlung, eine Jobbörse oder die Unternehmenswebsite.

Verzichten Sie auf fertige Textbausteine aus dem Internet. Formulierungsvorlagen können als Anregung dienen, aber Personalverantwortliche erkennen ein abgeschriebenes Anschreiben schnell. Schreiben Sie in Ihren eigenen Worten, was Sie an der Position reizt und welche Erfahrungen Sie mitbringen. Konkrete Beispiele aus Ihrer bisherigen Arbeit überzeugen mehr als allgemeine Floskeln wie "Ich bin ein Teamplayer".

Vor dem Absenden: Prüfen und Korrekturlesen

Rechtschreibfehler und formale Mängel führen oft dazu, dass Bewerbungen aussortiert werden. Lesen Sie Ihr Anschreiben daher mindestens einmal gründlich durch, am besten laut, damit Ihnen holprige Formulierungen auffallen. Bitten Sie eine zweite Person, die Unterlagen gegenzulesen. Ein frischer Blick findet Tippfehler, die Ihnen selbst entgehen.

Kontrollieren Sie vor dem Absenden noch einmal alle Angaben: Stimmen die Kontaktdaten im Lebenslauf, ist das Datum korrekt, sind alle Anhänge vollständig? Bei Bewerbungsportalen lohnt sich ein Blick auf die Pflichtfelder, die das System markiert. Wenn Sie unsicher sind, ob Sie etwas übersehen haben, hilft eine Checkliste mit den wichtigsten Punkten: Betreffzeile, Anschreiben, Lebenslauf, Zeugnisse, Dateiformat und Dateigröße.