Initiativbewerbung schreiben
Eine Initiativbewerbung reichen Sie ein, wenn das Unternehmen keine Stelle ausgeschrieben hat. Damit zeigen Sie gezieltes Interesse und präsentieren Ihre Stärken, ohne dass eine Stelle ausgeschrieben ist. So heben Sie sich von anderen Bewerbern ab. Entscheidend sind gründliche Vorbereitung und ein klarer Aufbau.
Warum sich die Initiative lohnt
Eine Initiativbewerbung zeigt dem Unternehmen mehr als nur Interesse an einer Stelle. Sie zeigt, dass Sie sich mit dem Betrieb beschäftigt haben und bewusst dort arbeiten möchten. Personalverantwortliche sehen darin überdurchschnittliches Engagement und Entschlossenheit. Viele offene Positionen werden gar nicht erst ausgeschrieben, sondern intern oder über persönliche Kontakte besetzt. Mit einer guten Initiativbewerbung kommen Sie an diese versteckten Stellen.
Ein weiterer Vorteil: Sie bestimmen selbst, welche Themen Sie in den Vordergrund stellen. Bei einer klassischen Bewerbung reagieren Sie auf vorgegebene Anforderungen. Bei der Initiativbewerbung wählen Sie die Schwerpunkte, die Ihre Qualifikation am besten zeigen.
Recherche und Zielanalyse
Bevor Sie schreiben, müssen Sie das Unternehmen genau kennen. Eine Initiativbewerbung ohne konkreten Bezug zum Betrieb wirkt beliebig und landet schnell in der Ablage. Nehmen Sie sich Zeit für die Recherche.
Schauen Sie sich die Website des Unternehmens an, lesen Sie aktuelle Pressemitteilungen und informieren Sie sich über die Produkte oder Dienstleistungen. Prüfen Sie, welche Abteilung zu Ihrem Profil passt. Ein Blick in berufliche Netzwerke wie LinkedIn zeigt Ihnen, wer in der entsprechenden Abteilung arbeitet und wer als Ansprechpartner infrage kommt. Auch Branchennews und regionale Berichterstattung liefern nützliche Hinweise.
Aus dieser Recherche ergeben sich zwei Dinge: Sie wissen, welchen konkreten Beitrag Sie leisten können, und Sie haben einen Namen für das Anschreiben. Eine persönliche Anrede ist immer besser als "Sehr geehrte Damen und Herren".
Aufbau des Anschreibens
Das Anschreiben ist der wichtigste Teil Ihrer Initiativbewerbung. Es sollte eine Seite umfassen und klar strukturiert sein. Der Aufbau ist übersichtlich, damit der Leser schnell erfasst, worauf es ankommt.
Im ersten Absatz nennen Sie den Grund für Ihre Bewerbung. Beziehen Sie sich direkt auf das Unternehmen und nennen Sie ein konkretes Detail aus Ihrer Recherche. Zum Beispiel: "Ihr Unternehmen expandiert derzeit in den Bereich erneuerbare Energien, und genau dort möchte ich meine Erfahrung aus der Projektleitung einbringen."
Im zweiten Absatz erklären Sie, warum Sie passen. Beschreiben Sie Ihre relevanten Qualifikationen und Erfahrungen, aber bleiben Sie konkret. Statt "Ich bin teamfähig und belastbar" schreiben Sie lieber: "In meiner letzten Position habe ich ein Team von fünf Personen geleitet und ein Projekt termingerecht abgeschlossen."
Der dritte Absatz verbindet Ihre Stärken mit dem Bedarf des Unternehmens. Zeigen Sie, welchen Nutzen Sie bieten. Formulieren Sie das als Angebot, nicht als Bitte. Ein Satz wie "Ich bringe die Erfahrung mit, die Sie für den Ausbau Ihrer Vertriebsabteilung benötigen" wirkt selbstbewusst und konkret.
Im Schlussabsatz fassen Sie zusammen und nennen den nächsten Schritt. Bieten Sie an, sich persönlich vorzustellen, und bitten Sie um ein Gespräch. Vermeiden Sie Floskeln wie "Ich freue mich auf Ihre Antwort". Schreiben Sie stattdessen: "Über ein persönliches Gespräch freue ich mich. Sie erreichen mich unter der angegebenen Telefonnummer."
Was in den Lebenslauf gehört
Der Lebenslauf ergänzt das Anschreiben und liefert die Belege für Ihre Aussagen. Er sollte zur gewünschten Tätigkeit passen. Das bedeutet: Sie heben die Stationen hervor, die für die angestrebte Position relevant sind, und lassen Unwichtiges weg.
Achten Sie auf eine übersichtliche Struktur mit den üblichen Abschnitten: Persönliche Daten, Berufserfahrung, Ausbildung, Kenntnisse und Fähigkeiten. Bei der Initiativbewerbung können Sie oben einen kurzen Absatz einfügen, in dem Sie Ihre Motivation zusammenfassen. Das ist ungewöhnlich, aber gerade deshalb bleibt es in Erinnerung.
Der Lebenslauf muss zum Anschreiben passen. Wenn Sie im Anschreiben Ihre Erfahrung in der Kundenbetreuung betonen, sollte diese Station auch im Lebenslauf deutlich sichtbar sein. Widersprüche zwischen beiden Dokumenten fallen sofort auf und schaden Ihrer Glaubwürdigkeit.
Nachfassen
Eine Initiativbewerbung braucht Geduld, aber auch Beharrlichkeit. Unternehmen bearbeiten Initiativbewerbungen oft nicht so schnell wie reguläre Bewerbungen, weil kein akuter Bedarf besteht. Warten Sie zwei bis drei Wochen, dann fragen Sie telefonisch oder per E-Mail nach, ob Ihre Unterlagen angekommen sind und ob sich bereits ein Eindruck ergeben hat.
Das Nachfassen zeigt weiteres Interesse und hält Ihre Bewerbung präsent. Bleiben Sie dabei freundlich und unaufdringlich. Eine kurze E-Mail genügt, in der Sie sich auf Ihre Bewerbung beziehen und um eine Rückmeldung bitten. Auch wenn die Antwort negativ ausfällt, haben Sie nichts verloren. Sie haben Kontakt geknüpft und können später erneut anfragen.