Fachabitur nachholen

Das Fachabitur (Fachhochschulreife) berechtigt zum Studium an einer Fachhochschule oder Hochschule für angewandte Wissenschaften. Wer die Schule ohne diesen Abschluss verlassen hat, kann ihn später nachholen, auch neben dem Beruf. Die Wege unterscheiden sich vor allem darin, ob Sie weiterarbeiten können und wie lange Sie bis zum Abschluss brauchen.

Was das Fachabitur vom Abitur unterscheidet

Die Fachhochschulreife berechtigt zum Studium an Fachhochschulen und Hochschulen für angewandte Wissenschaften. Die allgemeine Hochschulreife, das Abitur, berechtigt zum Studium an allen Universitäten. Wer später ein Universitätsstudium anstrebt, braucht das Abitur; wer ein praxisorientiertes Studium an einer Fachhochschule plant, kommt mit dem Fachabitur aus. Der Abschluss besteht in der Regel aus einem schulischen und einem praktischen Teil, etwa einem Praktikum oder einer abgeschlossenen Berufsausbildung.

Die vier Wege zum Fachabitur

Die wichtigsten Wege sind das Abendgymnasium, das Kolleg, die beruflichen Schulen wie Fachoberschule, Berufsoberschule und Berufliches Gymnasium sowie die Externenprüfung. Die Namen und genauen Regelungen unterscheiden sich je nach Bundesland. Ihre Wahl hängt vor allem davon ab, ob Sie weiterarbeiten müssen und wie viel Eigenorganisation Sie sich zutrauen.

Das Abendgymnasium für Berufstätige

Das Abendgymnasium ist die klassische Wahl für Berufstätige. Der Unterricht findet abends statt, sodass Sie tagsüber weiterarbeiten können. Die Dauer beträgt in der Regel drei bis vier Jahre. Manche Schulen bieten teilweise Online-Unterricht an. Der Vorteil: Sie verdienen weiterhin Ihr Gehalt und vermeiden finanzielle Einbußen. Gleichzeitig verbessern Sie Ihre Aufstiegschancen im Beruf. Der Unterricht wird von qualifizierten Lehrkräften gehalten, und Sie treffen auf andere, die dasselbe Ziel verfolgen.

Kolleg und Fachoberschule in Vollzeit

Wer nicht an einen Job gebunden ist, kann das Kolleg besuchen. Dort lernen Sie drei bis vier Jahre in Vollzeit und müssen dafür Ihre Arbeit aufgeben. Auch die Fachoberschule ist ein Vollzeitweg, der in vielen Bundesländern angeboten wird. Das Berufliche Gymnasium spielt vor allem in Baden-Württemberg eine wichtige Rolle. Weil die genauen Namen und Zugangsvoraussetzungen je nach Bundesland unterschiedlich sind, schauen Sie vor der Bewerbung auf die Webseite der zuständigen Schulbehörde.

Externenprüfung ohne Schulbesuch

Wer nicht regelmäßig am Unterricht teilnehmen möchte oder kann, bereitet sich im Selbststudium oder in speziellen Vorbereitungskursen auf die Nichtschüler- oder Externenprüfung vor. Dabei legen Sie die Prüfung extern ab, ohne eine Schule zu besuchen. Dieser Weg erfordert viel Eigeninitiative, weil Sie den Stoff selbst organisieren müssen. Die Prüfungsformate und Vorbereitungszeiten sind nicht einheitlich geregelt. Informieren Sie sich deshalb frühzeitig bei der zuständigen Stelle in Ihrem Bundesland.

Voraussetzungen für das Fachabitur

Alle Wege verlangen Ausdauer. Wer abends nach der Arbeit lernt, trägt eine doppelte Belastung: den Job tagsüber und den Schulstoff am Abend. Disziplin und Selbstmotivation sind deshalb die wichtigsten Voraussetzungen. Klären Sie vorher, welche Zugangsvoraussetzungen die gewählte Schule verlangt, etwa einen mittleren Schulabschluss oder eine abgeschlossene Berufsausbildung. Diese Anforderungen unterscheiden sich je nach Bundesland und Bildungsträger. Ein Anruf bei der Schule schafft hier schnell Klarheit.