Berufsbegleitende Weiterbildung

Berufsbegleitende Weiterbildung heißt: Sie absolvieren einen Lehrgang, ein Studium oder einen anerkannten Abschluss neben Ihrer Arbeitsstelle. Die Lehrveranstaltungen finden abends, am Wochenende, in kompakten Blöcken oder online statt. Sie können den Zeitaufwand planen, und staatliche Förderung senkt die Kosten deutlich.

Um durchzuhalten, brauchen Sie Organisation. Dazu gehören feste Lernzeiten, ein realistischer Finanzplan und ein Arbeitgeber, der mitzieht. Wer diese drei Punkte früh klärt, schafft die Weiterbildung neben dem Job, ohne dauerhaft überlastet zu sein.

Zeitaufwand der Weiterbildung

Der größte Aufwand steckt in der Vorbereitung, nicht in den Präsenzterminen. Lehrveranstaltungen und Prüfungen verlangen eigenständiges Lernen, das Sie in den Alltag einbauen müssen. Wer nebenher arbeitet, braucht dafür feste Lernzeiten und einen Plan, der auch Wochen mit hoher Arbeitsbelastung aushält.

Viele Anbieter versprechen flexible Zeiten und Orte. Das hilft nur, wenn Sie selbst diszipliniert arbeiten. Online-Vorlesungen lassen sich leichter verschieben als Präsenztermine. Was aufgeschoben wird, stapelt sich bis zur Prüfung. Planen Sie die Lernzeit deshalb wie einen festen Termin ein, nicht als Restposten des Tages.

Feste Lernzeiten einplanen

Reservieren Sie feste Lernzeiten und behandeln Sie sie wie Arbeitstermine. Ein fester Wochenrhythmus trägt mehr als spontane Lernabende. Er schafft Gewohnheit, und Sie müssen nicht jedes Mal neu entscheiden, ob Sie lernen. Tragen Sie die Zeiten in den Kalender ein und verschieben Sie sie nur in Ausnahmefällen.

Klären Sie früh, wer im Haushalt Aufgaben übernimmt, und informieren Sie Familie und Freundeskreis über den zeitlichen Rahmen der Weiterbildung. Wer die Belastung ankündigt, bekommt eher Rücksicht und Unterstützung. Nutzen Sie ruhige Phasen im Berufsalltag für die Vorbereitung, etwa Wartezeiten oder Zugfahrten, wenn das zu Ihrer Arbeitssituation passt.

Finanzierung über das Aufstiegs-BAföG

Das Aufstiegs-BAföG, offiziell Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz, unterstützt Fortbildungen, die auf einen anerkannten Abschluss vorbereiten, etwa Meister, Fachwirt oder Fachkaufmann. Es übernimmt einen Teil der Lehrgangs- und Prüfungsgebühren. Damit ist es die wichtigste Finanzierungsquelle für berufsbegleitende Weiterbildung.

Seit dem 1. August 2020 erhalten Sie 50 Prozent der förderfähigen Kosten als Zuschuss. Diesen müssen Sie nicht zurückzahlen. Den restlichen Teil beantragen Sie als zinsvergünstigtes Darlehen der KfW. Bestehen Sie die Abschlussprüfung, erlässt der Staat 60 Prozent des verbleibenden Darlehens.

Der Erlass ist an das Bestehen der Prüfung geknüpft. Wer die Prüfung nicht besteht, behält das Darlehen in voller Höhe und muss es zurückzahlen. Planen Sie die Rückzahlung deshalb ein, statt mit dem Erlass zu rechnen, und fragen Sie vor dem Antrag bei Ihrem zuständigen Amt nach den aktuellen Konditionen.

Aufstiegsstipendium und Bildungsurlaub

Neben dem Aufstiegs-BAföG fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung mit dem Aufstiegsstipendium Fachkräfte mit abgeschlossener Berufsausbildung und Berufserfahrung. Das Stipendium deckt einen Teil der Weiterbildungskosten und richtet sich an Bewerber, die sich überdurchschnittlich engagieren. Da sich die genauen Voraussetzungen und Bewerbungsfristen von Jahr zu Jahr ändern, prüfen Sie sie auf der offiziellen Seite des Stipendiums.

Ob Ihr Bundesland Bildungsurlaub vorsieht, sollten Sie prüfen. Bildungsurlaub ist bezahlte Freistellung von der Arbeit für Weiterbildung, deren Umfang und Bedingungen die Bundesländer unterschiedlich regeln. Nicht jedes Bundesland kennt diesen Anspruch, daher lohnt der Blick in die Regelung Ihres Landes.

Unterstützung vom Arbeitgeber

Besprechen Sie die Weiterbildung früh mit Ihrem Arbeitgeber. Viele Betriebe unterstützen Mitarbeiter bei Fortbildungen, etwa durch flexible Arbeitszeiten, Freistellung oder eine Kostenbeteiligung. Klären Sie schriftlich, ob Sie Lernzeiten während der Arbeitszeit nutzen dürfen und ob sich der Arbeitgeber an den Gebühren beteiligt.

Auch wenn die Weiterbildung nicht direkt zur aktuellen Stelle passt, lohnt sich das Gespräch. Manche Arbeitgeber beteiligen sich an den Kosten oder gewähren Freistellung, weil sie die Qualifikation langfristig im Betrieb nutzen können. Halten Sie das Ergebnis fest, damit beide Seiten wissen, woran sie sind.