Wer einen Beruf erlernt oder sich beruflich verändern möchte, begegnet den Begriffen Ausbildung und Weiterbildung. Eine Ausbildung vermittelt die beruflichen Grundlagen. Eine Fortbildung hält Ihr Wissen aktuell, erweitert oder vertieft es. Eine Umschulung bereitet Sie auf einen anderen Beruf vor.
Berufliches Lernen geht nach dem Ausbildungsabschluss weiter. Welche Weiterbildung zu Ihnen passt, hängt davon ab, ob Sie Ihre Kenntnisse an neue Aufgaben anpassen, beruflich aufsteigen oder in einem neuen Tätigkeitsfeld arbeiten möchten.
Ausbildung schafft eine berufliche Grundlage
Eine Berufsausbildung vermittelt die Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten, die Sie für qualifizierte Arbeit in einem Beruf brauchen. Bei anerkannten Ausbildungsberufen sind Inhalte und Prüfungen geregelt. In Deutschland gibt es mehr als 300 anerkannte duale Ausbildungsberufe.
Viele dieser Ausbildungen verbinden zwei Lernorte: Im Betrieb üben Sie die praktische Arbeit, in der Berufsschule lernen Sie die fachlichen und allgemeinen Grundlagen. Die Ausbildungsordnung legt fest, was Sie im Betrieb lernen. Der Rahmenlehrplan regelt den Unterricht in der Berufsschule. Beide sind aufeinander abgestimmt. Daneben gibt es schulische Ausbildungsgänge, zum Beispiel in Gesundheits- und Sozialberufen. Ausbildung bedeutet daher nicht immer, dass Sie zugleich einen Betrieb und eine Berufsschule besuchen.
Eine Ausbildung beginnt häufig nach der Schule, steht aber auch Erwachsenen offen. Wer bisher keinen Berufsabschluss erworben hat oder in einen anderen Beruf wechseln möchte, kann etwa eine Umschulung aufnehmen. In beiden Fällen vermittelt die Ausbildung Grundlagen, auf denen Sie später aufbauen können.
Fortbildung passt Kenntnisse an
Nach einer Ausbildung ändern sich Aufgaben, Technik und Anforderungen im Beruf. Eine berufliche Fortbildung hilft Ihnen, vorhandene Kompetenzen auf dem aktuellen Stand zu halten, sie zu erweitern oder eine höhere Qualifikation zu erwerben. Das Berufsbildungsgesetz fasst diese Ziele unter beruflicher Fortbildung zusammen.
Bei einer Anpassungsfortbildung aktualisieren oder erweitern Sie Kenntnisse, die Sie für Ihre derzeitige Tätigkeit brauchen. Ein Beispiel wäre, sich mit neuen technischen Verfahren vertraut zu machen, die im eigenen Beruf eingesetzt werden. Eine höherqualifizierende Fortbildung bereitet auf anspruchsvollere Aufgaben oder einen beruflichen Aufstieg vor. Meister-, Techniker- und Fachwirtabschlüsse gehören zu bekannten Beispielen. Für diese geregelten Abschlüsse müssen Sie bestimmte Voraussetzungen erfüllen und Prüfungen ablegen.
Der Begriff Weiterbildung wird im Alltag breiter verwendet als Fortbildung im Sinne des Berufsbildungsgesetzes. Ein Kurs kann beruflich nützlich sein, ohne zu einem anerkannten Fortbildungsabschluss zu führen. Prüfen Sie deshalb vor der Anmeldung, welches Ziel der Kurs hat, ob er zu einem Abschluss führt und welche Voraussetzungen gelten.
Umschulung eröffnet einen anderen Beruf
Eine Umschulung zielt auf eine andere berufliche Tätigkeit. Sie kommt infrage, wenn Sie Ihren bisherigen Beruf nicht mehr ausüben können oder sich bewusst neu orientieren möchten. Eine Fortbildung baut auf Ihren bisherigen beruflichen Kenntnissen auf. Eine Umschulung vermittelt Ihnen das Wissen für ein neues Tätigkeitsfeld.
Neben Umschulungen gibt es auch Teilqualifizierungen. Dabei erwerben Sie einzelne berufliche Fähigkeiten Schritt für Schritt. Wenn Sie einen anerkannten Berufsabschluss nachholen möchten, klären Sie vorher, welche Prüfungen Sie ablegen und welche Voraussetzungen Sie erfüllen müssen. Unter bestimmten Voraussetzungen unterstützt die Bundesagentur für Arbeit berufliche Weiterbildungen finanziell.
Lernen geht über Kurse hinaus
Berufliches Lernen findet auch im Arbeitsalltag statt. Wenn Sie bei einer neuen Aufgabe dazulernen oder ein neues Verfahren anwenden, erwerben Sie praktische Kenntnisse. Das ist informelles Lernen. Es kann Ihre Arbeit verbessern, führt aber nicht automatisch zu einem anerkannten Abschluss oder einer formalen Fortbildung.
In Kursen und Lehrgängen lernen Sie nach einem Plan. Sie können mit einer Prüfung oder einem Abschluss enden. Informelles Lernen ergänzt Kurse, ersetzt aber keinen Nachweis, wenn eine Stelle oder ein geregelter Abschluss bestimmte Qualifikationen verlangt. Überlegen Sie daher, ob Sie vor allem eine konkrete Fähigkeit erwerben, Ihre Qualifikation dokumentieren oder einen formalen Abschluss erreichen möchten.
Die Allianz für Aus- und Weiterbildung bringt Politik, Sozialpartner, Kammern und Bundesagentur für Arbeit in der beruflichen Bildung zusammen. Von 2026 bis 2029 konzentriert sie sich vor allem auf den Ausbildungsmarkt, die berufliche Orientierung und den Übergang in die duale Ausbildung. Damit befasst sie sich nur teilweise mit der Weiterbildung von Erwachsenen.