Abitur nachholen: Abendschule, Kolleg oder Fernschule?
Sie holen das Abitur über Abendschule, Kolleg, Fernschule oder Externenprüfung nach. Alle vier Wege führen zum gleichen Abschluss. Sie unterscheiden sich in Zeitaufwand, Flexibilität und Kosten. Berufstätigkeit, Familie und die Fähigkeit zum selbstständigen Lernen entscheiden, welcher Weg zu Ihnen passt.
Die vier Wege zum Abitur
Die Abendschule ist die klassische Variante. Der Unterricht findet regelmäßig abends in öffentlichen Schulen statt und ist kostenlos oder sehr günstig. Das Kolleg ist eine Vollzeitschule für Erwachsene, der Unterricht findet tagsüber statt. Eine Fernschule wie die Fernakademie für Erwachsenenbildung (FEB) in Hamburg bietet Fernunterricht an. Dabei bearbeiten Sie das Lernmaterial zu Hause. Bei der Externenprüfung bereiten Sie sich selbst vor und legen die staatliche Prüfung ohne regelmäßigen Schulbesuch ab.
Abendschule mit festen Zeiten
An der Abendschule besuchen Sie mehrmals pro Woche abends den Unterricht in einer öffentlichen Schule. Dort werden Sie persönlich betreut. Weil die Schulen öffentlich sind, ist der Besuch kostenlos oder sehr günstig. Dafür sind die Zeiten starr und die Anwesenheitspflicht gilt. Wer Schichtdienst hat, regelmäßig Überstunden macht oder abends für die Kinder da sein muss, stößt hier schnell an Grenzen.
Kolleg in Vollzeit
Das Kolleg ist eine Vollzeitschule für Erwachsene. Der Unterricht findet tagsüber statt, ähnlich wie in der regulären Oberstufe, nur in einer Klasse mit erwachsenen Mitschülern. Dieser Weg passt zu Ihnen, wenn Sie sich für die Dauer der Ausbildung vom Beruf freistellen können oder ohnehin nicht Vollzeit arbeiten. Wer den Lebensunterhalt selbst verdienen muss, sollte vor der Anmeldung klären, ob die Finanzierung für die Schulzeit gesichert ist.
Fernschule mit viel Eigenverantwortung
Eine Fernschule wie die Fernakademie für Erwachsenenbildung (FEB) in Hamburg bietet das Abitur per Fernunterricht an. Sie bearbeiten das Lernmaterial zu Hause. Der Einstieg ist jederzeit möglich. Die FEB gehört zur Klett-Gruppe und ist eine private Schule. Der Lehrgang ist daher kostenpflichtig. Neben dem Abitur bietet sie auch Hauptschulabschluss, Mittlere Reife und Fachhochschulreife an. Die Abschlussprüfung ist eine staatliche Nichtschülerprüfung. Der Abschluss wird bundesweit anerkannt.
Wer Präsenzunterricht erwartet, wird bei einer Fernschule enttäuscht. Es gibt keinen täglichen persönlichen Kontakt zu Lehrern und Mitschülern. Fernunterricht verlangt viel Selbstdisziplin, weil niemand Sie an den Lernstoff erinnert.
Voraussetzungen am Beispiel Berlin
Die Voraussetzungen für das Abitur nachholen sind je nach Bundesland unterschiedlich. In Berlin müssen Sie die Berufsbildungsreife (BBR) oder eine gleichwertige Schulbildung nachweisen. Zusätzlich müssen Sie entweder eine abgeschlossene Berufsausbildung oder eine mindestens zweijährige geregelte Berufstätigkeit vorweisen. Diese Bedingungen gelten nur für Berlin. Informieren Sie sich vor der Anmeldung bei der zuständigen Schulbehörde Ihres Bundeslandes, welche Nachweise dort verlangt werden.
Worauf die Wahl ankommt
Die Entscheidung hängt von drei Punkten ab: der festen Zeit, die Sie einplanen können, Ihrer Fähigkeit zum selbstständigen Lernen und den Kosten. Abendschule und Kolleg verlangen regelmäßige Anwesenheit. Eine Fernschule passt sich Ihrem Zeitplan an. Fernunterricht funktioniert nur, wenn Sie sich den Stoff ohne äußeren Druck erarbeiten. Öffentliche Abendschulen sind kostenlos oder günstig. Private Fernschulen erheben Gebühren. Der Wert des Abschlusses ist in allen Fällen gleich, unabhängig davon, wo und wie Sie ihn erworben haben.